TypeWay: iPad-Tastatur mit individuellen Adaptionsmöglichkeiten

Tippen mit zehn Fingern vereinfacht

Im Vergleich zum Tippen auf dem iPhone ist das Anfertigen von Texten auf der iPad-Tastatur deutlich angenehmer. Ein größerer Bildschirm und dadurch bedingt auch größere virtuelle Tasten erlauben eine bessere Handhaltung und eine schnellere Texteingabe. Dass es aber immer noch besser geht, zeigen Dritt-Apps im App Store, die versuchen, die Eingaben auf dem Apple-Tablet weiter zu optimieren.

In diese Kategorie gehört auch die iPad-App TypeWay (App Store-Link) des Entwicklers Ralf Trachte aus der Schweiz, die sich zum Preis von 0,99 Euro aus dem deutschen App Store herunterladen lässt und dafür mindestens iPadOS 13.0 oder neuer sowie lediglich 2 MB an freiem Speicherplatz benötigt. Eine deutsche Lokalisierung besteht bisher noch nicht.


TypeWay wird vom Entwickler als „erste sich selbst anpassende Multitouch-Tastatur“ bezeichnet. Herkömmliche Tastaturen erfordern die Disziplin, in linearen Reihen zu tippen – der kleine Finger und der Ringfinger bevorzugen jedoch kurze Abstände. Zudem sind Hände individuell in Größe, Form und Tippgewohnheiten und können ihre Position verändern.

Die App nutzt daher Informationen über Berührungsereignisse in mehreren intelligenten Algorithmen, um die Konfiguration der Tasten kontinuierlich zu steuern und zu aktualisieren. Die Algorithmen reagieren wahlweise langsam, mittelschnell oder schnell, um die Tasten zu verschieben. Laut Entwickler Ralf Trachte wurde das Konzept von TypeWay sogar patentiert.

Personalisierte Tastatur lässt sich fixieren

TypeWay lässt sich sowohl als individuelle App inklusive eines Textnotiz-Editors, oder auch als universelle Tastatur über die Einstellungen in verschiedenen iPad-Apps verwenden, beispielsweise für Pages oder Microsoft Word. Nach dem ersten Tippen passt sich das Tastatur-Layout kontinuierlich an die eigenen Tippgewohnheiten an. Eine so erstellte Tastaturkonfiguration lässt sich dann auch als Favorit speichern und wiederherstellen.

Über die Option „Freeze“ wird die Konfiguration als personalisierte Tastatur fixiert. Wer erst mit TypeWay beginnt, bevorzugt wahrscheinlich diese eingefrorene Konfiguration oder eine langsame Anpassung, die in den Einstellungen der App verfügbar ist. Das Tastaturlayout bietet bisher als Sprachen Englisch und Deutsch mit verschiedenen internationalen Akzenten an, auch iOS-Funktionen wie Ausschneiden, Kopieren und Einfügen sind in TypeWay integriert.

Bei meinen ersten Versuchen mit TypeWay und dem Anfertigen einer Notiz im internen Editor war es zunächst ungewohnt, dass sich die Tastatur während des Tippens bewegte. Grundsätzlich reagieren die Tasten aber sehr gut und intuitiv auf die Eingaben, es kam bei meinen Versuchen zu weniger falsch eingegebenen Buchstaben.

Woran es aber derzeit bei TypeWay noch deutlich hakt, ist neben einigen grafischen Unzulänglichkeiten auch die Möglichkeit, wie unter der nativen iPadOS-Tastatur durch einen Wisch nach oben auf einer Taste beispielsweise Umlaute wie ö,ä und ü schnell und einfach eingeben zu können. Auch bei Auswahl einer deutschen Tastatur in den Systemeinstellungen und in der TypeWay-App konnte ich auf dem adaptiven Keyboard keine Möglichkeit finden, Umlaute zu verwenden oder diese als Tasten direkt einzublenden. So ist die App für den Gebrauch im deutschen Alltag leider kaum geeignet, auch wenn sie das Tippen durch ihre Adaptierung deutlich vereinfacht.

‎TypeWay
‎TypeWay
Entwickler: Ralf Trachte
Preis: 0,99 €

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Kommentare 5 Antworten

    1. Ich bin 42 und schreibe seit dem 12. Lebensjahr (Schreibmachinen-Kurs) mit 10 Fingern. Nur nicht auf meinem iPad Pro 2021 und Smartphone…

  1. Eine iPad Tastatur, die mehr als zwei drittel des Bildschirms abdeckt, hat überhaupt keinen praktischen Nutzen und ist allenfalls ein Behelf für kurze Texteingaben.
    Wer lange Texte verfassen will, erst recht mit dem 10-Finger-System, der wird eine externe Tastatur verwenden, allein schon der Haptik wegen.

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