Analyse von Verivox: Handy-Datentarife sind achtmal so groß wie der übliche Verbrauch

Angebot und Nachfrage klaffen zunehmend auseinander

Wusstet ihr, dass ein durchschnittlicher Smartphone-Nutzer im Monat etwa 3 GB an Datenvolumen benötigt? Zu dieser Erkenntnis kommt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox, einem Vergleichsportal im Internet. „Telekom, Vodafone und Telefonica packen in ihre Handytarife im Schnitt achtmal so viel Datenvolumen wie üblicherweise verbraucht wird“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Angebot und Nachfrage bei der mobilen Internetnutzung würden daher immer weiter auseinander klaffen.

Ein aktueller Laufzeittarif der drei oben genannten Anbieter liegt jedoch im Schnitt bei 23 GB – was bedeutet, dass achtmal so viel Datenvolumen zur Verfügung gestellt wird, wie der tatsächliche Verbrauch eigentlich ist. Die Spanne beim Highspeed-Datenangebot reiche von 2 GB bis hin zu 120 GB, zusätzlich bieten alle Netzbetreiber weitere Tarife ganz ohne Datenlimit an. Angebot und Nachfrage unterscheiden sich zunehmend: 2019 war das Datenkontingent „nur“ fünfmal so hoch wie der Durchschnittsverbrauch pro Kunde. Jens-Uwe Theumer von Verivox berichtet:


„Das größere Datenkontingent erklärt sich mit einem tatsächlich höheren mobilen Verbrauch der O2-Kunden. Die Telefonica-Zielgruppe ist geprägt von der Instant-Datennutzung jüngerer Generationen; konsumiert wird überall und sofort. Diese Klientel nutzt stationäre Internetanschlüsse seltener, das Datenvolumen des Handytarifs wird somit wichtiger.“

Ein Gigabyte Datenvolumen kostet einen deutschen Netzbetreiber-Kunden im Schnitt 1,93 Euro. Wenig überraschend liegen die Preise der Telekom mit 2,47 Euro etwas darüber, bei Vodafone sind es 2,64 GB pro Gigabyte. Telefonica senkt den Durchschnitt und verlangt 0,69 Euro pro Gigabyte. Wie schon mittlerweile bekannt ist, sind vor allem Handytarife im kleineren und mittleren Datenbudget bei Discounter-Marken deutlich günstiger zu haben, hier sind bis zu 60 Prozent Ersparnis bei Tarifen unter 20 GB Datenvolumen möglich. Extras wie 5G-Mobilfunk oder Multi-SIM-Optionen gibt es aber nach wie vor eher bei den großen drei Anbietern. Theumer erklärt, dass viele hochwertige Tarife nicht wegen ihrer Inhalte, sondern zur Smartphone-Finanzierung genutzt werden:

„Die Netzbetreiber rüsten ihre Tarife weiter auf – und heben sich damit von günstigeren Discounter-Angeboten ab. So ist etwa der Trend zu Zero Rating mit unbegrenztem Datenverbrauch für Musik, Social Media oder Videos ungebrochen. Um den Einmalpreis eines Geräts so niedrig wie möglich zu halten, buchen Kunden hochpreisige Tarife – und diese enthalten große Datenbudgets, die oft kaum genutzt werden.“

Verivox rät daher Smartphone-Usern dazu, regelmäßig das tatsächlich monatlich verbrauchte Datenvolumen zu checken. Dies ist in der Regel über die Einstellungen des Geräts oder in den Apps der Provider möglich. „Weicht das gebuchte Volumen regelmäßig vom Verbrauch ab, sollte ein passender Tarif gesucht werden“, so Verivox in der Pressemitteilung. „Zur Finanzierung eines neuen Smartphones ist es in den meisten Fällen deutlich günstiger, Gerät und Tarif getrennt zu erwerben. So lässt sich auch das benötigte Datenvolumen bedarfsgerecht buchen.“

Für die Erhebung der Daten wurde die monatliche Grundgebühr und das durchschnittliche Datenvolumen aller online verfügbaren Smartphone-Vertragstarife für Privatkunden der Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica berechnet. Der Anbieter Drillisch betreibt noch kein eigenes Netz, daher floss dieser nicht mit in die Auswertungen ein, ebenso nicht Flatrates ohne Gigabyte-Begrenzung, Einmalkosten, zeitlich begrenzte Rabatte bzw. Aktionen oder die reduzierte Mehrwertsteuer. Die Daten basieren auf dem Stand vom 8. Dezember 2020.

Seid ihr mit eurem Smartphone-Tarif zufrieden? Nutzt ihr euer monatliches Datenvolumen voll aus, oder bleibt am Monatsende noch ordentlich Gigabyte auf dem Konto übrig? Wir sind gespannt auf eure Kommentare.

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Kommentare 18 Antworten

  1. Bei meinem ersten iPhone hatte ich es auch mit Vertrag gekauft, da es so etwas günstiger war.
    Bei meinem jetzigen iPhone 12 habe ich darauf verzichtet, da ich mittlerweile einen sehr günstigen Tarif (8€ pro Monat) bei Yourfone (1&1) habe, der auch jederzeit kündbar ist.
    Habe aktuell 4 GB und nutze nur wenig, da im HomeOffice. Bei normaler Nutzung komme ich auf 2-3 GB pro Monat.

    1. @froehling: „da es so etwas günstiger war“ – ich kenne zwar Deinen Tarif nicht, aber das stimmt nur in den allerseltensten Fällen. Du meinst wohl eher „da der Betrag, der zum Kaufzeitpunkt fällig war (An-/Zuzahlung), geringer war als der Einmalpreis für das Gerät“. Da von den Anbietern niemand etwas zu verschenken hat und die Finanzierung über 24 Monate natürlich auch ihren Preis hat, ist es fast immer teurer, das Smartphone über den Laufzeitvertrag zu finanzieren. Mir ist zumindest bisher noch kein Gegenbeispiel begegnet.
      Nur können viele eben nicht 1000 Euro auf einmal auf den Tisch legen, so bezahlen sie lieber 1200 Euro verteilt auf 24 Monatsraten. Viele denken, wenn sie nur 600 Euro zuzahlen, würden sie den Rest geschenkt bekommen, die Kosten für den Vertrag blenden sie aus. Milchmädchen halt. Und da ist noch nicht mal berücksichtigt, was hier im Artikel steht, nämlich dass viele einen für sie viel zu großen (sprich: teuren) Tarif wählen, um das Gerät etwas besser subventioniert zu bekommen, womit sie noch mehr „zu viel“ zahlen.

      1. Halte ich dagegen. Zeige mir bitte eine AllNet Flat mit 11GB Datenvolumen für 13,-€ im Monat (Vodafone). Das ist der Preis was mich der Vertrag abzüglich des Preises des iPhone kostet.

        1. @ididdi: Es gibt Millionen von Tarife und zig Tarifrechner und Preissuchmaschinen nur dafür. Da kann ich Dir beispielsweise Teltarif empfehlen. Täglich kommen neue Tarife dazu, bestehende Tarife werden geändert oder eingestampft. Diese Preis-Intransparenz ist von den Anbietern so gewollt (Volkswirtschafts-Einmaleins). Es ist unmöglich da den Überblick zu behalten und genau das sollst Du ja auch. Du sollst Dir nicht stets den günstigsten Tarif suchen, sondern Du sollst bequem sein und in Deinem Tarif bleiben. 😉
          Auch mir ging es so, dass mein iPad-Tarif ausgelaufen ist und ich nicht auf Anhieb den für mich passenden Tarif mit 3-5 GB für ein paar Euro gefunden habe. Habe aber auch nicht stundenlang gesucht, man hat ja schließlich noch ein Leben. Aber nach 3-4 Wochen habe ich wieder einen Tarif gefunden. Auch wenn Du nicht jetzt sofort einen Tarif mit genau Deinen Eckdaten findest, in ein paar Tagen sieht es wieder anders aus.
          Bedenke: Die Netzbetreiber und Provider sind keine karitativen Einrichtungen, niemand hat etwas zu verschenken. Sie sind alle Gewinn orientiert. Ein iPhone wird nicht durch Zauberhand günstiger nur weil man einen Laufzeit-Tarif dazubucht.

          1. Ich habe damals (vor 6 Jahren) das alles durchgerechnet und mit meinem alten Handyvertrag und dem Sofortkaufpreis des iPhone 6S Plus verglichen und bin auf eine Ersparnis von ca. 100€ gekommen. Die Preise waren damals generell noch etwas teuerer und von unter 10€ für 4 oder mehr GB konnte man da noch träumen.

            Wie ich aber auch geschrieben habe gilt das heute so nicht mehr, da es mittlerweile sehr günstige Handytarife mit ordentlich Datenvolumen gibt. Deshalb habe ich mein neues iPhone 12 auch direkt bei Apple gekauft und verweile bei meinem oben geschilderten Yourfone-Vertrag, mit dem ich sehr zufrieden bin.

      2. Ich habe es andersherum gemacht. Ein Vertrag im Telekomnetz mit 18 GB abgeschlossen und dazu eine Switch lite und ein S 20 plus bekommen. Beides verkauft und so komme ich rechnerisch auf knapp 7€ im Monat.
        Allerdings hat es mich auch nerven gekostet. EBay Kleinanzeigen ist ja die Hölle.

  2. Habe einen 60 GB Vertrag bei O2 zu sehr günstigen Konditionen. Da dieser nur ein paar € teurer ist wie die 20GB ist es mir egal was ich tatsächlich verbrauche. Es kommt mittlerweile öfter vor, dass ich Fußball oder Football streamen muss. Von daher bin ich froh wenn ich Reserven habe. Der nächste Vertrag wird ein Unlimited Max mit einer Multicard als WLAN Ersatz für zu Hause.

  3. Normalerweise habe ich meinen Tarif gut ausgenutzt….aber dieses Jahr mit 100% Home Office, keine Geschäftsreisen, keine Urlaube, kaum Unternehmenungen, da ist mein Tarif überdimensioniert 😂

  4. Hab 3GB im Monat die mir locker reichen, gut aktuell bin ich eh zzu 99,9% daheim weil Home Office und davor war ich die meiste Zeit daheim oder an der Uni wo ich WLAN hatte. Sobald ich mal in die Firma muss hab ich da auch ganz normal WLAN.
    Zahle dafür 8€ monatlich bei Fonic und kann monatlich kündigen. Hab meist das Gefühl, dass wenn ich mehr will, ich deutlich mehr Geld in die Hand nehmen muss und mich für 2 Jahre vertraglich binden muss.

    Frank von T-Mobile wollte ich mir aber auch mal anschauen, da man da das Telekom Netz hat, dafür kann man aber nicht im Ausland telefonieren.

  5. Ironischer weise hatte ich bisher noch nie so wenige Probleme, Kosten, Flexibilität und Optionsvielfalt wie bei den Drillisch Tochterfirmen im Vergleich zu den drei veralteten Oligopolen.

    Und da schenken sich die Großen wirklich kaum etwas. Knapp 8GB für 7€ mit Allnet und Europa Roaming? Monatlich anpassbar/kündbar und jederzeit sogar entgegen Konditionen per Mail änderbar?

    Das ist einfach nur Neuland für den Rest.
    Das Volumen wird zwar von mir derzeit nicht voll ausgenutzt (da man ja fast überall am Wlan hängt) aber entspricht meinen Peakverbräuchen. Deswegen ist es mir wert die paar Euro draufzuzahlen, um stets entspannt unterwegs nutzen zu können.

  6. Das schlimmste ist doch bei der Telekom. Ich habe bei denen einen Vertrag über 24GB und muß den auch teuer bezahlen, weil ich dafür letztes Jahr das iPhone 11Pro für zusätzlich noch 300€ Selbstbeteiligung bekommen habe. Die Crux ist aber, bei größeren Telekom Verträgen bekommt man „Stream-On“ dazu. Was nix anderes bedeutet, als das alles was große Datenmengen erzeugt quasi inbegriffen ist und nix von den nominell 24GB abzwackt. Folge, ich habe nur ca. 1-2 GB Datenverbrauch monatlich.

    Einziger Vorteil ist, ich muß nichtmal die SIM-Karte aus dem iPhone in mein iPad Pro 12.9 stecken, es reicht, wenn ich einen mobilen Hotspot schaffe und das iPad mit dem iPhone verbinde. Und wenn ich dann Fussball über SkyGo oder DAZN auf dem iPad schaue über diese Verbindung, kostet mich das ebenfalls keine Daten, weil auch dies durch „Stream-On“ frei ist.

    Wie gesagt, das merkwürdige ist, man bekommt dieses „Stream-On“ wie erwähnt nur bei den hohen Volumen-Verträgen. Bei der 2 oder 3GB Flatrate ist es nicht mit dabei. und gerade da würde es sich lohnen wenn o.g. Streaming Dienste sowie u.a. noch Netflix, Spotify, Youtube und vieles mehr frei sind und nicht aufs vorhandene Datenvolumen angerechnet werden.

    1. Trotz ausreichender Empathie fehlt mir da das Mitleid. Sieh es mal so, du konntest dafür mal mit deinem iPhone posen. Okay, seit dem iPhone 12 nicht mehr, aber vielleicht wieder mit dem iPhone 13. Gib die Hoffnung nicht auf.

      Dafür darfst du herzhaft über mich lachen, denn ich laufe immer noch mit einem iPhone XR rum.

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