Autor Frank Müller: Apple-Geräte funktionieren einfach

Im Juli haben wir euch das neue Buch von Frank Müller vorgestellt. Heute folgt ein Interview mit dem Autor von „111 Gründe, Apple zu lieben“.

Steve Jobs Copyright SchwarzkopfAls wir euch „111 Gründe, Apple zu lieben“ vor einigen Wochen vorgestellt haben, war das Feedback durchaus positiv. Immerhin hat Frank Müller mit seinem neuen Buch nicht nur eine große Hymne auf Apple geschrieben, sondern einen tollen Ratgeber für Einsteiger und Apple-Neulinge witzig, interessant und hilfreich in 111 Fakten gepackt. Etwas schade ist lediglich die Tatsache, dass es das Buch immer noch nicht in einer digitalen Fassung gibt. „111 Gründe, Apple zu lieben“ (Amazon-Link) gibt es aktuell nur als Taschenbuch für 9,95 Euro. (Foto: Schwarzkopf)

So gut wie jeder hat schon mal ein Apple-Produkt in der Hand gehabt. Was macht für dich die Faszination von Apple aus?
Frank Müller: Ach, ich glaube schon, dass eine Welt ohne Apple denkbar ist. Ich kenne sie ja auch noch, im Gegensatz zu den Menschen im Alter meiner Töchter. Und ich habe erlebt, wie schnell ein großes Unternehmen in der relativen Bedeutungslosigkeit versinken kann. Wenn ich da an Nokia oder Blackberry denke. Apple hat ja auch nicht jedes Mal das Rad neu erfunden, sondern oft bestehende Technologien für die Masse nutzbar gemacht. Das Faszinierende an allen Apple-Geräten ist, dass sie einfach funktionieren – soweit das bei so technisch komplexen Geräten möglich ist.

Du bist bereits seit den Neunzigern unzertrennlich mit Apple verbunden. Wie ist es soweit gekommen und was war das erste Apple-Produkt?
Frank Müller: Am ersten Apple-Rechner saß ich 1991. In einer Werbeagentur hatten wir zwei Apple-Rechner zum Absetzen von Headlines. Eigentlich nur für Gra“ker, aber damals erwachte meine Liebe zur Typografie, und ich setzte mich auch als Texter immer wieder mal vor einen der Rechner. 1992 wechselte ich die Agentur und hatte einen eigenen Mac, einen kleinen Mac Classic mit 9-Zoll-Bildschirm. Da ist der Funke übergesprungen. Das grafische Betriebssystem war doch etwas ganz anderes als das DOS- oder 4DOS-Betriebssystem, mit dem ich bisher gearbeitet hatte. Auch heute noch ist es eher die Software, die mich begeistert, als die Hardware. Wenn ich wählen müsste, würde ich mich eher für einen hässlichen Plastik-Computer entscheiden, auf dem OS X läuft, als für einen stylishen Aluminiumrechner mit einem anderen Betriebssystem.
Den ersten privaten Mac habe ich aber erst so um 1995 gekauft, gebraucht natürlich, weil die Rechner neu noch unerschwinglich waren. Wieder ein Mac Classic.

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit „111 Gründe, Apple zu lieben“ ein lobenden Ratgeber über unsere liebste Marke zu schrieben?
Frank Müller: Steve Jobs ist mir eines Nachts im Traum erschienen und hat mir befohlen, den Ruhm Apples zu mehren und in die Welt hinauszutragen. Nein, das ist natürlich Quatsch – aber die Idee kam tatsächlich nicht von mir, sondern wurde an mich herangetragen. Der Literaturagent Dr. Martin Brinkmann schrieb mir im Mai 2013 eine Mail mit der Frage: „Könnten Sie sich vorstellen, ein ganzes Buch zum Thema Apple zu schreiben – siehe Betreffzeile?“ Als ich nachhakte und hörte, dass ich mir 111 Gründe einfallen lassen sollte, schienen das selbst mir als langjährigem Apple-Nutzer doch eine ganze Menge zu sein. Im Laufe des Buchs bin ich dann tatsächlich sogar auf noch mehr Gründe gekommen. Ehrlich gesagt, hat mich das selbst überrascht. Die ersten 60 Gründe fielen mir spontan ein, dann wurde es etwas zäher und beim Recherchieren und Schreiben kamen dann immer wieder neue dazu, sodass ich am Ende aussuchen konnte.

Versteht sich das Buch als Bekehrungsversuch in Richtung überzeugter Microsoft-Nutzer oder soll es einfach nur alle bestärken, die der Marke ohnehin schon verfallen sind?
Frank Müller: Ich bin ganz sicher kein Apple-Jünger und -Evangelist. Jeder soll das Betriebssystem und die Hardware nutzen, die für seine Zwecke am besten geeignet sind. Ich probiere auch immer wieder gerne Linux-Systeme oder Android-Geräte aus, bastele am Raspberry Pi herum und verstehe diejenigen nicht, die dogmatisch ein Betriebssystem oder eine Marke in den Himmel heben und andere verdammen. Für mich persönlich stelle ich aber immer wieder fest, dass Apple mich mit seinen Produkten mehr begeistern kann als alle anderen ähnlichen Unternehmen. Bei Apple spürt man eine Stringenz, eine Philosophie und eine Denkweise, die man bei anderen Herstellern vermisst.

Welche skurrile Geschichte rund um das Buch ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?
Frank Müller: Sehr kurios fand ich persönlich Cupidtino, eine Dating-Seite exklusiv für Apple- Fangirls und -boys. Das Kofferwort ist zusammengesetzt aus dem Namen des Liebesgottes Cupido und Apples Hauptsitz Cupertino.

Kommentare 13 Antworten

  1. „Ich bin ganz sicher kein Apple-Jünger und -Evangelist. Jeder soll das Betriebssystem und die Hardware nutzen, die für seine Zwecke am besten geeignet sind. Ich (…) verstehe diejenigen nicht, die dogmatisch ein Betriebssystem oder eine Marke in den Himmel heben und andere verdammen.“ – endlich mal eine vernünftige, erwachsene Einstellung!

  2. Sehe das auch locker, das einzige was mich auf die Palme bringt sind dumme Argumente von Menschen die sich noch nie mit dem iPhone usw. auseinander gesetzt haben und nur irgendwas nach plappern.

    Mag das Apple Zeug weil es bei mir einfach funktioniert und somit mein Spaß habe.

  3. Na toll, muss ein Autor diesen Marketing-Satz nun auch noch unterstützen… ^^
    Bei meinem „Mülleimer“ auf der Arbeit hatte ich von Freezes beim Hochfahren über Xcode Silent Crashes bis zu einem Kernel Panic (wobei da wohl eher Quark oder Photoshop Schuld war) schon alles dabei. Von „funktioniert einfach“ kann ich da leider nichts sehen… Eigentlich sollte auch jedem klar sein, dass solch ein Satz gar nicht der Wirklichkeit entsprechen kann – wird aber trotzdem immer wieder hervorgeholt. Ja, ich reagiere da leicht allergisch drauf. 😉

    1. Einer der wenigen Ausrutscher, auch Apple kocht nur mit Wasser! Über einen Windows Rechner würde niemand über einen freez oder bluescreen meckern…. Bei Apple ist es eine Katastrophe! Zumal, die „Mülleimer“ doch sehr gut laufen. Pech oder wirklich ein Adobe Problem? Mfg

      1. Bluescreens hat man bei Windows grundsätzlich nur wegen Dritthersteller-Treibern (meist Grafik) und auch das seit Win 7 (also eine halbe Ewigkeit) eigentlich gar nicht mehr. Auch wenn ich den privaten Rechner natürlich anders nutze wie den beruflichen Mac… Allerdings würde es mich auch nicht wundern, wenn bspw. die Grafikbeschleunigung von Photoshop das verursacht hätte 😉
        Bleiben aber immer noch die Boot Freezes mit lustigen bunten Kästchen auf den Monitoren oder aus dem Standby aufwachen und für ne halbe Minute nur den Mauszeiger haben, ansonsten alles schwarz. 😉

  4. Irgendwann bleibt man halt bei einem hängen…..
    hab zZt. nur Mac’s im Einsatz. Ich verdien mein Geld mit PrePress (Druckvorstufe) und Malerei. Hab ’92 auch zum ersten Mal vorm Mac gesessen und war begeistert – ein intelligenter Kopierer. Mit Photoshop 2.0 glaub ich. Hatte viele meiner Bilder eingescannt und war sehr angetan von diesem Gerät. War aber auf dem PC vom damaligen 3D-Studio unter DOS auch sehr angetan, so hatte ich mich, auch auf Grund von Kosten, für einen PC entschieden. Da ich immer wieder in Agenturen auf einem Mac gearbeitet hatte, und der Vergleich des „Arbeitsambientes“ – wir schauen täglich mehr als acht Stunden auf dem Bildschirm, mit einem Windows oder Linux, muss ich sagen der Mac ist einfach angenehmer. Es ist nicht das Wissen um die Bedienung des Betriebssystems, sondern die Handhabung und dessen was es ausmacht.

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