Blendle Trending: Nachrichten-StartUp bietet Service jetzt auch in Deutschland an

Vor einigen Monaten hatten auch wir schon über das niederländische StartUp Blendle berichtet. Nun haben die Macher mit Blendle Trending ihre App auch für den deutschen Markt vorbereitet.

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Blendle sieht sich als das „iTunes für Nachrichten“ und kooperiert mit vielen News-Portalen und Zeitungen, um den Usern benutzerdefinierte Nachrichten präsentieren zu können, die per Einzelabruf oder im Abo zu haben sind. Mit Blendle soll der Einkauf eines Artikels aus der Zeitung oder eines Magazins so einfach gestaltet werden wie der Kaufvorgang eines Songs oder einer Fernsehserie in iTunes.


Vor einigen Wochen stand Blendle noch in Verhandlungen mit deutschen Partnern, um diese für ihr Monetarisierungsmodell zu gewinnen. Das besondere an Blendle: Die Verlage legen dabei die Preise für ihre Artikel selbst fest, in den meisten Fällen sollen diese bei etwa 25 bis 30 Cent liegen, manchmal jedoch auch bei einem Euro. Abzüglich einer Gebühr von 30% fließen die Einnahmen direkt an den Anbieter.

Besonders praktisch: Es wird sogar eine Rückgabe-Funktion für gekaufte Texte in Blendle geben. Merkt man binnen der ersten 24 Stunden nach dem Kauf, dass einem der Artikel nicht zusagt oder nicht die Informationen hergibt, die man benötigt, kann dieser retourniert werden – das gezahlte Geld wird dann erstattet. Allzu oft sollte man von dieser Aktion aber nicht Gebrauch machen: Das Rückgaberecht wird dann vorübergehend von Blendle gesperrt.

Nun gibt es also mit Blendle Trending (App Store-Link) die offzielle App zum Nachrichten-Konzept auch auf dem deutschen Markt. Die 12,1 MB große Universal-Anwendung für iPhone und iPad kann ab iOS 7.0 und in deutscher Sprache genutzt werden. Der Download ist kostenlos, für den Abruf der einzelnen Artikel aus verschiedenen Ressorts, die vom User vorab nach Interesse festgelegt werden können, fällt jedoch ein Obolus an, der meist zwischen 49 und 79 Cent angesiedelt ist. Zum deutschen Start von Blendle Trending gibt es so unter anderem Partner wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine, Die Zeit, den Spiegel, Focus, Die Welt, das Handelsblatt, aber auch 11Freunde oder NEON.

Blendle Trending-App kann gegenwärtig noch nicht überzeugen

Ausgestattet ist der neue Blendle Trending-User, nachdem er sich mit Name, E-Mail-Adresse und Passwort für den Dienst registriert hat, mit einem kostenlosen Startguthaben von 2,50 Euro, das von den Entwicklern zum Entdecken der App spendiert wird. Aber Vorsicht: In den durch horizontale und vertikale Wischbewegungen zu durchstöbernden Ressorts reicht das bloße Anklicken eines Artikels, um diesen als „gekauft“ zu markieren. Kein Pop-Up à la „Wollen Sie diesen Artikel wirklich kaufen?“ oder ein expliziter „Kaufen“-Button weisen darauf hin, dass bereits nach dem Aufrufen der Detailansicht des Berichtes gleich der Betrag vom Guthaben abgebucht wird.

Auch das Design und die Performance von Blendle Trending lassen aktuell noch arg zu wünschen übrig: Die Inhalte werden spartanisch und ohne ansehnliche Raffinessen präsentiert, zudem bekommt man beim vertikalen Scrollen durch die ausgewählten Nachrichten-Kategorien erschreckend oft eine niederländische Mitteilung à la „Ups, hier ist etwas schief gelaufen – probiere es noch einmal“ präsentiert. Auch das Laden der bereits gekauften Artikel im Archiv, die zudem als Favorit markiert oder auch weitergeleitet werden können, dauert selbst auf einem aktuellen Gerät wie dem iPad Air 2 zu lange. Ein Vergnügen ist das Lesen der Artikel nicht – vor allem im Hochformat wird derzeit viel zu viel Platz verschenkt und der Text nicht im Vollbild angezeigt.

Als kleines vorübergehendes Fazit bleibt daher festzuhalten: Ein interessantes Konzept, das es in dieser Form noch nicht auf dem deutschen Markt gegeben hat, aber den Nutzer leider aktuell noch mit einem lieblosen Layout, einer schlechten Artikeldarstellung und einer trägen Performance hinhält. Man darf gespannt sein, ob und wie sich Blendle Trending in Zukunft weiterentwickelt. Mit einer App wie der aktuellen sehe ich allerdings auf dem deutschen Markt kaum Chancen für das Konzept.

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Kommentare 5 Antworten

    1. Naja etwas anders ist das Konzept schon, News Republic bietet soweit ich weiß nur die Artikel an, welche ich auch auf der Webseite selbst kostenlos lesen kann.
      Blendle lässt mich Artikel lesen, welche nur in der Print Ausgabe oder online nur für Abonenten bzw hinter einer Paywall zu erreichen sind.
      Die Webseite ist im Moment noch um Welten besser als die iOS App, hier wird hoffentlich noch nachgebessert.
      Außerdem noch erwähnenswert, wenn man für einzelne Artikel aus einer Quelle mehr bezahlen würde als für die gesamte Ausgabe wird nur der Ausgabenpreis bezahlt und die gesamte Ausgabe lesbar.

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