Bolt: Neue eScooter-Flotte startet mit 5 Cent-Kampfpreis in Deutschland

Estnischer Anbieter in neun deutschen Städten

Mit den zweirädrigen Flitzern von Tier, Lime, Bird und Co. gibt es in vielen deutschen Städten bereits eine große Auswahl an eScootern, die sich zum Minutenpreis oder per Flatrate mieten lassen. Mit dem Mobilitäts-Start-Up Bolt aus Estland stürmt nun ein weiterer Anbieter auf den deutschen Markt – und macht gleich einmal eine deutliche Preisansage. So berichtet unter anderem Reuters.

In insgesamt neun deutschen Städten, namentlich in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart, Potsdam und Fürth, werden bald 15.000 Exemplare der mintgrünen neuen Bolt-Elektroroller an den Start gehen. Nach einer einmaligen Anmeldung können die eScooter dann zum Kampfpreis von nur 5 Cent pro Minute verwendet werden, und das ohne weitere Freischaltgebühr oder andere Kosten.


Neuer Bolt-4 eScooter is voll recycelbar

Eine zehnminütige Fahrt mit einem Bolt-Roller kostet so nur 50 Cent, eine ganze Stunde lediglich drei Euro. Bei der Konkurrenz fällt oft eine Aktivierungsgebühr von einem Euro plus Minutenkosten von 15 bis 19 Cent an. Mittlerweile werden für aber auch günstigere Abonnements angeboten, beispielsweise vom Anbieter Voi, mit dem sich umgerechnet für einen Euro pro Tag fahren lässt.

Bolt hatte erst kürzlich über eine Finanzierungsrunde 150 Millionen Euro erhalten, die nun unter anderem dafür verwendet werden sollen, über 150 Standorte in ganz Europa aufzubauen. Einen Marktvorteil will man sich auch mit dem neu aufgelegten Bolt-4-Rollermodell verschaffen, der aus einem modularen Design besteht und gut zu reparieren ist. Zudem soll sich der Bolt-4 komplett recyceln lassen, der austauschbare Akku ist darüber hinaus sehr leicht. Mit diesen Maßnahmen soll auch eine höhere Zuverlässigkeit garantiert werden. Die App von Bolt, das ehemals als Taxify bekannt war, ist bereits im App Store vorhanden (App Store-Link).

‎Bolt: Schnelle Fahrten
‎Bolt: Schnelle Fahrten
Entwickler: BOLT TECHNOLOGY OU
Preis: Kostenlos
Foto: Bolt.

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Kommentare 12 Antworten

  1. Vor 4 Stunden einen in Berlin gesehen und nur gedacht der ist ja klobig. Wenn das dem Reparieren hilft und dem Recycling, bitte ich hab nichts gesagt

  2. Und wenn die 150 Mio. verballert sind, macht der Laden dicht. Das ist abzusehen, weil langfristig die Rechnung von Billiganbietern nie aufgeht. Das sieht man bei der Bahn, dem Flieger und Bussen doch seit Jahren.

    Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass so ein eScooter der Umwelt über die Lebenszeit soviel mehr gutes tut, dass man die Umweltschäden von der Herstellung wieder rausholt. In Frankreich hat man festgestellt, dass die durchschnittliche Lebenszeit eines eScooters bei 29 (neunundzwanzig!) Tage liegt.

    Wenn Vater Staat soetwas fördert, dann sollte er mal nachkalkulieren das Geld besser in den ÖNV zu stecken um den Fahrpreis zu senken oder für eine stark genutzte Linien sogar völlig kostenfrei zu machen. Es macht immer Sinn auf die vorhandene Struktur zu setzen.

    1. 2016 hat angerufen und will seine „Feststellungen“ zurück.

      Aber klar, jeder weiß dass das nicht funktionieren wird, deswegen haben Investoren auch 150 Mio. investiert. Muss cool sein wenn man so schlau ist wie du. Hut ab.

      Ö(P)NV ist nur sinnvoll wenn die Auslastung passt. Es bringt keinem was wenn nachts leere Busse durch die Gegend fahren. Wieviele Scooter kannst du herstellen und fahren lassen für die Ressourcen eines Busses? Und die Scooter bringen dich auf dem schnellsten Weg direkt bis zum Ziel. Das Konzept ist logisch und ergänzt den ÖPNV perfekt. Nur die Menschen ändern sich langsam. Deswegen dauert das.

  3. Für mich ist der eScooter als Leihgerät eine völlige Fehlentwicklung, sowohl aus verkehrs- als auch umweltpolitischer Sicht.

    Egal ob Rad oder eScooter, Leihgeräte sind sehr ressourcenintensiv. Per se und da jedes zusätzliche Gerät die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein potenzieller Kunde es ausleiht. Im Verkehr stehen eScooter zudem in Konkurrenz mit dem Fahrradfahren und dem Zufußgehen, sowohl hinsichtlich Infrastruktur als auch in der Nutzung. Dabei sind diese beiden Alternativen zum eScooter deutlich flexibler und umweltfreundlicher. Und man sollte lieber deren Infrastruktur ausbauen, als mit dem eScooter die aktuell oft unzulänglich bestehenden Routen umweltfreundlicher Fortbewegungsarten weiter zu belasten. Ein Auto ersetzt ein eScooter hingegen kaum. Niemand kann ehrlich behaupten, den wöchentlichen Familieneinkauf nun statt mit dem Auto heute lieber mit dem eScooter zu unternehmen. Niemand fährt mit dem eScooter in die Innenstadt, um danach 20 Kilometer mit Tüten auf dem Rücken zurück in den Vorort zu fahren. Maximal ersetzt der Scooter noch Kurzstreckenfahrten mit dem ÖPNV. Aber auch das ist in den meisten Fällen eher kontraproduktiv.

    Insofern halte ich den Hype um eScooter als Leihgeräte für gefälliges Greenwashing, mit dem sich Verantwortliche wie Politiker und andere Entscheider als hippe, umweltfreundliche Typen gerieren können. Und alle andere sollten zugeben, dass das Ding halt Spaß macht, aber aufhören zu behaupten, dass es irgendwas mit umweltfreundlichem Verhalten zu tun hat.

    1. Die Dinger sind nicht als Ersatz für dein Auto gedacht.

      Du magst es nicht glauben, aber es gibt tatsächlich noch andere Nutzungsszenarien als „20 Kilometer mit Tüten auf dem Rücken zurück in den Vorort zu fahren“. Ich nutze die Scooter regelmäßig um in der Stadt von A nach B zu kommen. Das geht auf kurzen Strecken wesentlich schneller als mit ÖPNV. Es ist nur eine Ergänzung, es ist aber in jedem Falle weniger umweltfreundlich mit dem Auto in/durch die Stadt zu fahren. Selbst als Deutsche sollten wir uns das langsam eingestehen können.

      Es muss endlich aus den Köpfen raus, dass der Großteil der Fläche unserer Städte zum Parken von PKW genutzt wird – und das so normal ist. Zumal der Trend ja außerdem noch immer mehr zu fetten SUVs geht. Da läuft mächtig was falsch, aber alle reden darüber, dass die Scooter ja auf den Fußwegen im Weg stehen… selektive Wahrnehmung ist was tolles.

  4. Vorsicht Betrüger!!!
    Ich benutze Bolt Scooter seit dem 25.05.2021 in München mehrmals am Tag. Heute als ich meine KK Abrechnung kontrolliert habe, ist mir aufgefallen, dass Bolt jedes Mal wenn ich ein Scooter scanne sofort 2,- € von meiner KK abbucht und nach Ende der Fahrt die eigentlichen Kosten die zwischen 10 und 50 Cent liegen. Meine Bank wusste mir nicht zu helfen und auf meine Nachrichten die ich Bolt durch die App schicke wird nicht reagiert!!!!
    Passiert es nur mir, oder warum wird diese Praktik nirgends erwähnt?????

    1. Es werden am Anfang lediglich zur Sicherheit 2€ einbehalten. Der Betrag der dann letztendlich vom Konto abgebucht wird sind die Kosten der eigentlichen Fahrt also in Ihrem Fall zwischen 10 und 50 Cent.

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