Departure-Entwickler im Interview: Einfachheit punktet

In den vergangenen Wochen haben wir euch bereits mit Next eine tolle Nahverkers-App vorgestellt – heute folgt Departure (App Store-Link). Die App von Achim Hoth verfolgt einen komplett anderen Ansatz und hat ihren Platz auf meinem iPhone sicher.

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Departure ist nicht deine erste App. Was hast du zuvor gemacht?
Achim Hoth: Departure ist in der Tat meine zweite App. Zuvor habe ich mit meinem Kollegen Philipp Sterker an einer Foto-Wettbewerbs-App mit dem Namen „PhotoVote“ gearbeitet. User können hier ihre Instagram-Accounts verwenden um eigene Fotowettbewerbe zu starten. Philipp hat mir auch bei Departure beratend zur Seite gestanden.

Wie bist du darauf gekommen, Departure zu entwickeln? Schließlich gibt es ja schon viele Nahverkehrs-Apps im Store…
Achim Hoth: Das war eine klassische „Scratch your own itch“-Entscheidung. Da ich echt ziemlich vergesslich bin musste ich ständig die gleiche Strecke im DB Navigator nachschlagen: von zu Hause zur Uni und wieder zurück. Ich war total überrascht, dass sich noch keine App aus dem App Store auf diesen Anwendungsfall fokussiert hat. Denn für mich persönlich macht das 99 Prozent aller Abfragen aus.

Die App fällt besonders durch ihre Aufmachung auf, es wurden quasi keine Standard-Elemente aus iOS verwendet. Wie lange hast du dir über das Design den Kopf zerbrochen?
Achim Hoth: Das Design war für mich von Tag 1 an die größte Priorität. Ich wollte etwas gestalten, das dem User total aus dem Weg geht, wenn er eine eigentlich sehr banale Frage beantwortet haben will: Wann fährt mein nächster Bus? Das am Ende wenig iOS Standard-Elemente verwendet wurden, war dann nur ein Ergebnis dieses Leitsatzes. Außerdem lässt sich dieses Design auch perspektivisch leichter auf Android übertragen.

Mittlerweile gibt es immer mehr Apps, die so einfach gehalten sind. Denkst du, dass Apple mit iOS 7 ähnliche Wege gehen wird?
Achim Hoth: Um ehrlich zu sein habe ich wenig Hoffnung für große Designsprünge in iOS 7. Jonathan Ive wird denke ich (wenn überhaupt) eher langsam an die Sache rangehen. Für 90 Prozent der iPhone-Nutzer funktioniert das aktuelle Design der meisten Apps heute noch genauso gut wie 2007. Uns 10 Prozent Nerds drücke ich aber fest die Daumen, dass Apple im Juni doch etwas größeres wagt.

Departure ist für Strecken gedacht, die man oft fährt. Welche App nutzt du, wenn du von Punkt X mit Bus und Bahn nach Hause kommen willst?
Achim Hoth: Tatsächlich nutze ich dafür noch den DB Navigator. Der ist zwar in vielen Fällen umständlich zu bedienen, aber für die wenigen Abfragen, die ich außerhalb meiner Pendel-Strecken nutze, kann ich das verschmerzen. nextr finde ich noch eine sehr schicke Alternative und ergänzt Departure sehr gut wenn man mal im Unbekannten unterwegs ist.

Welche Funktionen sind für zukünftige Updates von Departure vorgesehen? Ist vielleicht sogar eine iPad-Version in Planung?
Achim Hoth: In den letzten Wochen sind so viele Ideen und Wünsche von meinen Usern gekommen, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Ortungsfeatures sind auf jeden Fall spannend, aber es gibt auch noch viele kleinere Ideen, um die Lesbarkeit der Verbindungen noch weiter zu verbessern. Mit dem iPad-Wunsch hat sich bisher noch niemand bei mir gemeldet, ich schätze aber auch, dass es nicht so sehr für den Benutzungskontext „On-The-Go“ eignet.

Wir bedanken uns für die ausführlichen Antworten. Departure steht zum Preis von 1,79 Euro für das iPhone zum Download bereit.

Kommentare 9 Antworten

  1. Also ich nutze die App mehrfach in der Woche und bin begeistert. Sie ist schnell und zuverlässig und hat mir schon mehrfach Wartezeiten erspart. Aus meiner Sicht ist sie ihren Preis voll Wert.

  2. Es wundert mich sehr, daß noch niemand die App „Fahrplan“ erwähnt hat.
    Sie ist älter als Departure und ist Departure + Umgebungssuche und gratis.

    Da kommt also eine App mit fast dem gleichen Icon, ist auf den Kernzweck der anderen App reduziert, kostet aber 1, 79€ und wird überall hoch gelobt.

    Auch ich habe Departure am Erscheinungstag gekauft und für den Zweck finde ich sie ideal. Aber wäre ich der Entwickler von Fahrplan, würde ich schon dumm gucken.

    Nur mal laut gedacht….vielleicht kann Herr Hoth sich mal äußern, sonst geht der üble Nachgeschmack nie mehr weg.

    1. Hallo Tom!

      Dazu kann ich mich gerne äußern. „Fahrplan“ war bevor ich Departure gelauncht habe noch „Step-O-Meter“. Dabei ging es (unter anderem) darum zu zeigen wie schnell man laufen muss um eine bestimmte Verbindung zu erreichen. Das neue Icon und auch der Timer kamen erst kurz nach meinem Launch. Damit will ich keineswegs unterstellen das hier kopiert wurde – ich habe das mit dem Kollegen schon geklärt.

      Fahrplan hat meiner Ansicht aber mehr Ähnlichkeit zu nextr. Eine Umgebungskarte mit den Fahrplänen in der Umgebung. Departure setzt ganz gezielt nur auf Verbindungen die man oft fährt und deren Ort man auch kennt.

      Gruß, Achim

  3. Hmm, macht Abfahrt nicht das Gleiche? Ich habe auf jeden Fall keine Lust 1,79 zu blechen, nur um Hinterher festzustellen dass die App falsche oder keine Daten ausgibt. Bei Abfahrt fehlen am Hbf Hannover alle Züge von Gleis 13, und damit ausgerechnet der für mich wichtigste Regionalzug Hannover-Wolfsburg. Wie das wohl hier ist kann ich mangels Demoversion nicht herausfinden…

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