FabFocus: Kleines iOS-Foto-Tool kreiert automatisch DSLR-ähnliche Unschärfe

Auch wenn sich mit der iPhone-Kamera gute Bilder machen lassen – an die einer DSLR-Kamera reichen sie nicht heran. FabFocus wagt einen neuen Ansatz.

FabFocus

FabFocus (App Store-Link) steht als Universal-App zum Preis von 1,99 Euro im deutschen App Store zum Download bereit. Die Anwendung von Secondverse ist etwa 84 MB groß und benötigt zur Installation auf dem Gerät zudem iOS 8.0 oder neuer. Auf eine deutsche Lokalisierung muss bisher noch verzichtet werden.


Mit FabFocus sollen sich laut Angaben der Entwickler DSLR-ähnliche Unschärfe-Effekte, wie sie beim Erstellen von Porträtbildern mit professionellem Kamera-Equipment entstehen, kreieren lassen. Beim Anfertigen von Fotos mit einer Spiegelreflex wird dabei die Person im Vordergrund fokussiert, und der Hintergrund, je nach gewählter Blende und verwendetem Objektiv, dank geringer Tiefenschärfe unscharf dargestellt.

Mit dem iPhone oder iPad ist dieser Effekt nur begrenzt möglich – und hier kommt FabFocus zum Einsatz. Die Anwendung verwendet eine automatische Gesichtserkennung, um diese von DSLRs bekannte Unschärfe im Hintergrund des Bildes zu kreieren. Darüber hinaus gibt es eine Möglichkeit, die Unschärfe zu modifizieren und weitere Bokeh-Effekte wie Herzen oder Sterne hinzuzufügen.

Von DSLR importierte Fotos können nicht bearbeitet werden

Als Hobby-Fotografin und DSLR-Besitzern war ich auf die Ergebnisse von FabFocus natürlich dementsprechend gespannt. Die Handhabung der App ist dabei ziemlich simpel: Es lässt sich ein Bild aus der Camera Roll importieren und abgleichen, oder auch direkt aus der App heraus ein Foto schießen. Komischerweise wird in der Kamera-Ansicht ein Bildausschnitt im 1:1-Format angezeigt, die Endergebnisse werden allerdings im üblichen 3:2-Format gesichert. Auch von meiner DSLR importierte Fotos aus der Camera Roll ließen sich nicht mit FabFocus bearbeiten – hier erhielt ich nur einen Platzhalter ohne Motiv. Vielleicht erkennt die App anhand der Metadaten die Bildquelle und weigert sich, bereits mit einer DSLR geschossene Bilder zu bearbeiten?

Bei sehr offensichtlichen Porträtbildern, bei denen auch der Hintergrund klar definiert war, konnte ich allerdings durchschnittliche bis gute Ergebnisse erzielen, auch wenn der Bearbeitungsprozess auf einem iPhone 6s doch mehr als nur ein paar Sekunden in Anspruch nahm. Bei einigen Fällen klappte die automatische Gesichtserkennung, die auch entscheidet, wie viel des Hintergrunds als unscharf definiert wird, nicht ganz optimal – meine Haarspitzen verschmolzen verschwommen mit dem Hintergrund. Hier kann man aber mittels einer manuellen Maskierung im Notfall selbst schnell Hand anlegen, oder umgekehrt auch mit einem Radierer arbeiten.

Bei der manuellen Bearbeitung ist es ebenfalls möglich, die Stärke der Hintergrund-Unschärfe festzulegen, sowie verschiedene Bokeh-Effekte auszuwählen. Die fertigen Fotos lassen sich dann in der Camera Roll sichern, per Messenger oder E-Mail weiterleiten oder auch in sozialen Netzwerken teilen. Mein Fazit fällt dementsprechend gut aus: Geht man von einem geeigneten Bild als Vorlage aus, lässt sich mit FabFocus ohne großen Aufwand schnell ein schöner Unschärfe-Effekt erzielen. Bei komplizierteren Motiven ist noch etwas Nachbearbeitung notwendig, aber die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

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Entwickler: Ghostwheel
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Kommentare 11 Antworten

  1. Sorry, aber Hobbyfotografen und DSLR Besitzer brauchen derartiges nicht.
    Selbst wenn ich mal ein iPhone Porträt Foto mache habe ich sowohl auf dem iPad als auch auf dem PC bessere Möglichkeiten für diesen Effekt als die Single App.

      1. Gimp, Photoshop es gibt einige Bildbearbeitungsprogramme die diesen Effekt besser darstellen können. Auch auf dem Mac gibt es vermutlich geeignetere Programme als diese Apps. Schon das Freistellen geht auf dem großen Monitor um einiges genauer.

        Auf dem iPad denke ich an Pixelmator und Enlight oder Photogene⁴.
        Aber ich gehe davon aus das jemand der Hobbyfotograf ist die Programme kennt, also was soll die Frage?

        Das Problem ist dieses „Da gibt es eine App dafür“. Alles und jede Funktion wird ausgegliedert und in eine extra App gepackt. Wer mal mit umfassenden Programmen wie Gimp gearbeitet hat weis um wie vieles es besser ist wenn man alles in einem Programm erledigen kann.

  2. Öhm, „DSLR-ähnliche Unschärfe-Effekte“. Ehrlich? Der Effekt ist doch nicht davon abhängig ob die Knipse digital oder analog ist. Der Effekt entsteht durch die Optik – wie auch im Beitrag richtig angemerkt.

  3. Ich verstehe den Hype nicht ! Also wenn ich mir ein Motiv richtig aussuche und das iPhone entsprechend positioniere … Habe ich auch einen top Schärfeverlauf davon abgesehen gibt es TADAA SLR schon Ewigkeiten für den der es unbedingt braucht ?

  4. Man kann mit den iPhones sehr ordentliche Bilder machen – ohne Zweifel. Aber ein richtiges Optisches System benötigt aus physikalischen Gründen einfach mehr Platz als so ein IPhone bieten kann. Und um einen Effekt den man mit einer großen Optik erzielen kann nachzubilden gibt es nun halt das ein oder andere Tool.
    Meine Meinung ist, wenn so ein Tool nicht annähernd perfekt funktioniert und die Schwächen auf den Bildern sichtbar sind – dann lieber auf solche Tools und deren mäßigen Effekte verzichten. Oder wenn der Bedarf nach besseren Fotos besteht eventuell mal mit dem Gedanken spielen eine kleine gute Kamera zu kaufen.

  5. Wouuuuuw!!!!!
    Die Grafikexpertin Mel hat da mal wieder einen HAMMER-TIPP für Euch, wie man ganz schnell 2€ verschleudern kann.
    RESPEKT!
    Snapseed (Kostenlos) – Fokuseffekt auswählen – fertig.
    Schade, dass man mit solchem Blödsinn auch noch Geld verdienen kann.
    Schreiberling, wie App-Entwickler.

  6. Mit Snapseed kann man lange nicht so genau maskieren. Die Ergebnisse sind hier wesentliche besser. Deshalb ist es tatsächlich ein HAMMER-TIPP ?

  7. Es gibt eine kostenlose App namens Luff, mit der man, wie ich finde, sehr gute Vordergrund- Hintergrundunschärfe Fotos machen kann, wie sie der iPhone Kamera eben angemessen sind. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass die App (leider) schon länger nicht aktualisiert wurde! Probiert es einfach mal aus:
    „Luff – Manual photography made easy“ von Giles Van Gruisen
    https://appsto.re/de/BMpk3.i
    ?

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