Generalschlüssel: Allianz, Daimler, Postbank und Co. planen vereinfachte Online-Angebote

Dieser Ansatz könnte die Nutzung von Online-Diensten deutlich vereinfachen: Der Generalschlüssel, der von vielen deutschen Konzernen unterstützt wird.

Ein Nutzerkonto für die Allianz-Versicherung, ein Login bei der Telekom – der gemeine Internet-User muss sich heutzutage viele Daten für unterschiedlichste Online-Dienste merken. Wie nun auf der Website der Allianz-Versicherungsgesellschaft zu lesen ist, planen unter anderem Axel Springer, Daimler, die Deutsche Bank mit der Postbank, Core und der Kartendienst Here eine „gemeinsame Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform“.


Es sei eine enge Kooperation von führenden deutschen Unternehmen geplant, um einen „einheitlichen Generalschlüssel für Online-Angebote und Behörden“, so die Aussage auf der Allianz-Website, zu schaffen. „Ziel ist es, die Registrierungsvorgänge für Kunden im Internet zu vereinfachen und sicher zu gestalten.“

Einsatz auch bei behördlichen Bürgerportalen denkbar

Dieses Vorhaben soll mit Hilfe des sogenannten Generalschlüssels in die Tat umgesetzt werden. „Diesen können Kunden dann branchenübergreifend verwenden, um sich im Internet zu registrieren und zu identifizieren“, so die Mitteilung der Allianz. „Die Plattform soll den Nutzern mehr Komfort und auch mehr Sicherheit bieten sowie höchste Standards bei Datensicherheit und Datenschutz gewährleisten. […] Zudem soll die Plattform offen konzipiert und kompatibel zu laufenden Vorhaben des Bundes, der Länder und der Kommunen, wie etwa den Bürgerportalen sein. In einer späteren Ausbaustufe sind zusätzliche Funktionen wie etwa ein digitaler Behördenzugang (eGovernment) denkbar. Auch die Entwicklung digitaler Zahlungs- und Finanzdienstleistungen sind mit dieser Plattform möglich.“

Generalschluessel 2

Die Basis dieser Vernetzung bildet eine gemeinsame Infrastruktur, die unternehmensübergreifend aufgebaut werden soll. Auch weitere zukünftige Partner werden derzeit bereits angesprochen, darunter Unternehmen aus dem eCommerce, Handel, Luftfahrt und Telekommunikation. „So haben die Gespräche mit der Deutschen Telekom über eine Mitarbeit im Projekt kürzlich begonnen“, heißt es seitens der Allianz. Begleitet wird die Initiative auf wissenschaftlicher Ebene vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der European School of Management and Technology (ESMT), auch die Bundesministerien begrüßen diese neue Entwicklung. Wann der „Generalschlüssel“ umgesetzt wird, steht aktuell noch nicht fest – sollte es Neuheiten in dieser Hinsicht geben, werden wir euch selbstverständlich informieren.

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Kommentare 11 Antworten

  1. Sicherheit und Komfort schließen sich gegenseitig aus. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, bevor er das eine gegen das andere tauscht.

    Die Trennung von Dingen, die ansonsten nichts miteinander zu tun haben, erhöht doch gerade die Sicherheit.

    Will ich, dass mein Bankkonto, meine Versicherungen, mein E-Mail-Postfach und mein Amazon-Konto gleich mit kompromittiert sind, nur weil Daimler bspw. seinen Server nicht richtig abgedichtet hat?

    Meinem Keepass jedenfalls ist es egal, ob das Passwort 5- oder 50-stellig ist und ob ich 100 verschiedene Passwörter habe oder überall das selbe. Der Aufwand das Passwort einzugeben ist immer gleich. Auf iOS copy&paste, ansonsten automatisch.
    Für die Sicherheit ist es aber alles andere als egal.

  2. Is bisher immer noch alles in die Hose gegangen, was aus wirtschaftlicher oder politischer Motivation heraus von Industrie und Regierung für den „Bürger“ programmiert wurde.

  3. Ich denke genau deshalb setzen sich solch große Konzerne zusammen um etwas zu erfinden was den Umgang mit PWs erleichtert und es trotzdem sicher ist. Aber wie das gehen soll weiß ich auch nicht. Wir lassen uns mal überraschen. Mich nervt es auch überall Passwörter etc. ich bin bestimmt bei 30 Seiten angemeldet und mit 20 verschiedenen Passwörtern. Das nervt und wird auch nicht besser

    1. Lustig, Du denkst die Unternehmen seien daran interessiert, dass Deine Daten möglichst sicher sind? DU solltest daran interessiert sein! Die Unternehmen sind lediglich an Deinen Daten interessiert. Deren Sicherheit ist lediglich notwendiges Übel, das Geld kostet. Und im Pannenfall die Reputation.
      Nimm iPin, Keepass und wie sie sonst noch alle heißen. Da kannst Du sichere, lange und kryptische Passwörter nehmen, für jeden Dienst ein separates, und man muss die Passwörter nicht mal kennen.

  4. Alles Unternehmen, die mein vollstes Vertrauen genießen. Da warte ich schon lange drauf, denen nicht nur meine Daten, sondern auch noch die entsprechenden Paßwörter in Obhut geben zu dürfen.
    NICHT!

  5. Die Unternehmen werden weiterhin die Daten haben – die müssen ja zB. Rechnungen ausstellen – aber zumindest die Passwort-Verwaltung könnte mit den derzeitig sichersten Methoden leichter zentral erfolgen, mit dem Effekt, dass die Passwörter eben nicht bei den einzelnen Firmen liegen. Bei Amazon bin ich recht zuversichtlich, dass die geeignete Maßnahmen ergreifen, um meine Daten zu schützen. Beim Onlineshop eines kleineren Händlers nicht.

    1. Sehe ich auch so. Wenn man mit einen Online Unternehmen Handel treiben will gibt man diesem seine Daten.
      Das war so, das bleibt so. Geht ja gar nicht anders.
      Wenn es jetzt einen zentralen Zugang gibt dann heißt das auch das es eben nicht mehr nur bei einem Unternehmen liegt wie meine Passwortdaten geschützt sind.

      Bisher… Konto bei *irgendein Onlineanbieter*..Unternehmen denkt das es sicher ist hat aber keine extra Abteilung die das wirklich kann… Konto geknackt … Creditkartendaten weg.

      Dann .. Konto bei *irgendeinem Onlinanbieter* bei dem ich mich aber nun nicht mehr selbst anmelde sondern eine Zentrale Stelle dort meine Identität bestätigt …eine Zentrale die auch Verantwortlich ist, die nur das macht, und dafür auch das Geld bekommt …Konto vermutlich nicht geknackt … Creditkartendaten nicht weg.

      Sehe ich als sicherer an als wenn jeder sein eigenes Süppchenkocht.
      Wie gesagt, eure Datenmüßt Ihr den Onlinehändlern in jedem Fall geben.
      Oder Ihr lasst es, dann braucht ihr auch keinen gesonderten Onlineschutz, dann kann euch das Thema egal sein.

  6. Horror, Axel Springer, DB und Allianz in einem Atemzug zu nennen… Behördliche u. sehr private Bürgerdaten mit diesen recht dubiosen und kapitalistischen Konzernen zu verknüpfen, gehört unterbunden.

    Allianz hatte ungefragt all unsere Vertragsdaten in deren Onlineportal zur Verfügung gestellt und ich hatte echt Checkereien mit denen, das rückgängig zu machen und alle personenbezogenen Daten löschen zu lassen. „Basisdaten“ sind leider nicht löschbar, auch eine Vertragskündigung würde nicht helfen. Lediglich Police- und Leistungsdaten sind zu entfernen gewesen. So eine Unverfrorenheit habe ich niemals unterschrieben, geschweige denn Informationen hierzu erhalten.

  7. Eine positive Veränderung ab 2018 per neuem Gesetz erschließt sich mir leider nicht.

    Z.B. RheinEnergie tauscht ab sofort die Verbrauchszähler für Strom in Köln gegen neue, digitale und vernetzte Zähler aus. Einige haben ein Gateway zur kontinuierlichen Übermittlung des Verbrauchs ins Internet, aber auch aktuelle Stromnutzung (bisher das Rad mit der roten Markierung).

    Ist laut Gesetzgeber seit 2017 Pflicht ab einem Jahresverbrauch von mind. 6000 KW pro Jahr und soll bis 2020 in ALLEN betroffenen Haushalten verbaut sein.

    Neben bisherigem Stromverbrauch, aktuellem Verbrauch und Veröffentlichung in einem Webportal mit personenbezogenen Daten kann somit die Anwesenheit Zuhause erfasst werden und wer einen Stromfresser wie Solarium o. ä. Hat, kann sich schon mal auf Besuch vorbeiten, könnte ja eine Hanfplantage oder ein Drogenlabor sein.

    Zudem fallen für den Kunden 100-200€ Bereitstellungskosten pro Jahr an…

    Wir bereiten uns gerade mit unserem Firmenanschluss auf eine Unterlassungsklage gegen den Einbau vor. De Maizière und sein Überwachungsstaat haben wohl eher Interesse auf Aufweichung von Datenschutz und Bürgerrechten. Zeigt ja auch das Abgreifen ALLER Handynummern der Funkzellen im Umkreis von Einbrüchen seit gestern!!!

    Also erkläre mir bitte Deine zu erwartenden Rechte ab 2018

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