Meta und Apple, sonst eher als Dauerkontrahenten bekannt, ziehen bei einem KI-Projekt an einem Strang. Der Facebook-Konzern hat sein neues Sprachmodell „Muse Spark Open“ vorgestellt und dabei gleich verraten, dass es gemeinsam mit Apple für den Mac optimiert wurde. Nach Metas eigener Einschätzung handelt es sich um das bislang leistungsstärkste Open-Weight-Modell aus den USA.
Zwei Mac Studios als Mini-Supercomputer
Spannend ist vor allem der Praxisaufbau: Das Modell läuft auf einem Desktop-System aus zwei Mac Studios mit M5 Ultra und jeweils 512 GB Arbeitsspeicher, und zwar mit dem neuesten MLX-Framework von Apple. Meta-Chef Mark Zuckerberg bedankte sich dafür sogar öffentlich bei Apple-CEO John Ternus.
Der Grund für diese Kombination liegt in Apples Unified-Memory-Architektur. Dadurch kann die integrierte GPU des M5 Ultra pro Mac Studio auf bis zu 512 GB zugreifen. Zwei Geräte reichen also aus, um das komplette Modell im Speicher zu halten. Weil außerdem die Speicherbandbreite des Chips bei 1,2 TB/s liegt, lässt sich schnell genug auf den kleinen Teil zugreifen, den jedes Token benötigt. Meta fasst es so zusammen: Die beiden Rechner verhalten sich wie ein Supercomputer mit einem Terabyte einheitlichem Speicher. Aus Sicht des Konzerns ist das schlicht der beste Weg, ein leistungsstarkes Modell auf dem eigenen Schreibtisch auszuführen.
Was „Muse Spark Open“ draufhat

Auch die Eckdaten des Modells sind beeindruckend. Insgesamt kommt es auf 816 Milliarden Parameter, von denen 42 Milliarden aktiv sind. Hinzu kommt ein Kontextfenster von einer Million Token. Einsetzen lässt sich das Ganze vor allem für Programmieraufgaben und sogenannte agentische Aufgaben. Laut Meta glänzt es besonders bei umfangreichen Projekten, mehrstufigem Schlussfolgern und in der Softwareentwicklung.
Verfügbarkeit, Lizenz und der Haken beim Preis
Wer das Modell ausprobieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Per API gibt es den Zugang bei Baseten, Fireworks AI, Groq, Modal, Nebius, OpenRouter und Together AI. Die Modellgewichte lassen sich dagegen über Amazon SageMaker AI, Google Cloud Model Garden, Hugging Face und Microsoft Foundry Models herunterladen. Der Download ist kostenlos, und die Lizenz erlaubt immerhin eine eingeschränkte kommerzielle Nutzung.
Allerdings gibt es einen Haken: Den Mac Studio mit 512 GB hat Apple bislang noch gar nicht veröffentlicht. Er soll aber noch in diesem Monat erscheinen. Günstig dürfte das nicht werden, denn schon die Variante mit 256 GB kostet über 10.000 Euro, und für den Aufbau mit zwei Geräten wird entsprechend ordentlich Geld fällig.
Mama und Papa vertragen sich wieder
Überraschend ist die Zusammenarbeit trotzdem, denn Apple und Meta streiten sich in der Regel lieber, als gemeinsam an etwas zu arbeiten. Metas KI-Chef Alexandr Wang kommentierte das gegenüber Axios entsprechend augenzwinkernd: „Wir freuen uns, dass Mama und Papa sich wieder gut verstehen.“

Bei Meta Facebook vertragen sich noch nicht einmal die Diktierfunktion von Apple.