Seit fast zehn Jahren nutze ich an meiner Haustür ein Smart Lock. Ich habe alle Nuki-Generationen durchgespielt und selbst mein Gartenhaus ausgestattet. Nach einer langen Zeit mit dem Aqara U200 ist nun auch im Büro ein Nuki Smart Lock Pro im Einsatz. Aber es gibt ja durchaus Alternativen. Ich habe das SwitchBot Lock Ultra Max ausprobiert und tatsächlich viele positive Dinge festhalten können. Es gibt auf der anderen Seite allerdings auch Punkte, bei denen ich skeptisch bin.
Das SwitchBot Lock Ultra Max ist erst Anfang September auf den Markt gekommen und wird im Bundle mit dem SwitchBot Keypad Vision Pro und einem SwitchBot Hub Mini verkauft. Der reguläre Preis beträgt 339,99 Euro, aktuell wird das Bundle mit 15 Prozent Rabatt für 288,99 Euro verkauft.
Prinzipiell lässt sich das SwitchBot Lock Ultra Max auch ohne zusätzliche Hardware im lokalen Modus verwenden, möglicherweise habt ihr ja auch schon ein Keypad und ein Hub von SwitchBot. Das bekommt ihr das Smart Lock im Hersteller-Shop auch einzeln für aktuell 170,99 Euro.
SwitchBot Lock Ultra Max ist nicht kompakt, aber super schnell
Im Gegensatz zum als Knauf gestalteten Nuki Smart Lock Pro (oder Ultra) setzt das neue Modell von SwitchBot auf das eher klassische Design, das wir von den vorherigen Nuki-Modellen kennen. Im Vergleich mit dem günstigen Nuki Smart Lock Go, das ein Gehäuse aus Plastik hat, wirkt das SwitchBot Lock Ultra Max aber definitiv hochwertiger. Es ist aber halt auch ein ordentlicher Klotz, der an der Tür hängt.
Die Montage ist in wenigen Minuten erledigt und funktioniert mit einem bestehenden Zylinder. Hier solltet ihr auf die Notfall- und Gefahrenfunktion achten. Beim SwitchBot Lock Ultra Max muss innen ein Schlüssel eingesteckt werden – und dann sollte auch außen noch ein Schlüssel genutzt werden können. Im Lieferumfang sind auch diverse Adapter für Zylinder mit Knauf enthalten.
Die Einrichtung in der SwitchBot-App
In der App des Herstellers geht es halbwegs übersichtlich zur Sache. Da SwitchBot nicht nur Smart Locks anbietet, sondern auch anderes Smart Home Zubehör, gibt es links und rechts natürlich noch einige andere Sachen, die nicht unbedingt wichtig sind. Als „Besitzer“ des Smart Locks ist das nicht unbedingt schlimm, anders sieht es bei Gastzugängen aus. Aber dazu später mehr.
Was zunächst einmal wichtig ist: Die Einstellungen rund um das SwitchBot Lock Ultra Max sind verständlich erklärt und sehr leicht zugänglich. Die Schließgeschwindigkeit lässt sich ebenso leicht anpassen wie das Belegen der Taste am Schloss selbst. Auch ein Nachtmodus oder eine Auto-Unlock-Funktion lassen sich einfach entsperren.
Etwas komplizierter wird es dagegen bei der Anbindung an Apple Home und Matter. Denn die funktioniert, anders als bei den aktuellen Nuki-Generationen, nur über ein zusätzliches Hub und nicht über eine direkte Thread-Verbindung. Das ist ein kleiner Minuspunkt.
Das SwitchBot Lock Ultra Max ist unglaublich schnell
SwitchBot wirbt damit, dass das neue Smart Lock eine Tür in nur 1,1 Sekunden öffnen kann. Ich habe nicht mit einer Stoppuhr nachgemessen, aber das SwitchBot Lock Ultra Max ist wirklich richtig, richtig schnell. Ich würde es auf einem Niveau mit dem Insane-Modus der aktuellen Nuki Smart Locks einordnen – mit einem entscheidenden Unterschied.
Das Smart Lock von SwitchBot ist im Vergleich zum Nuki sehr leise, selbst bei voller Geschwindigkeit. Und schraubt man die Geschwindigkeit herunter, das geht im Nachtmodus auch zeitweise automatisch, dann hört man tatsächlich nur ein leises Surren und das obligatorische Klacken des Riegels. Hier hat SwitchBot wirklich geliefert.
Interessant finde ich auch die Batterie-Strategie. Es gibt einen Akku, der sich herausnehmen und per USB-C laden lässt. Zusätzlich gibt es eine integrierte CR123A-Batterie, die für den Notstrom sorgt. Selbst wenn der Akku leer ist, sind so noch 3 Monate Standby und 500 Schließvorgänge möglich – inklusive Warnhinweisen. Genug Zeit also, den Akku zu laden, wenn man damit wieder bis zum letzten Moment gewartet hat.
Diese Punkte gefallen mir gar nicht
Es gibt aber auch einige Details, die mir gar nicht gefallen. Und die betreffen zum Beispiel das SwitchBot Keypad Vision Pro. Natürlich ist das ein beeindruckendes Stück Technik. Es erkennt Gesichter, Handvenen, Fingerabdrücke, PIN-Codes oder NFC-Tags. Aber an eine kleine LED-Anzeige bei der PIN-Eingabe hat man nicht gedacht.
Zwei Sachen stören mich aber noch mehr: Es lassen sich Zugänge erstellen und auch zeitlich begrenzen, aber nur für einen einzigen Zeitraum. Es sind keine wiederkehrenden Zeitfenster möglich, etwa jeden Donnerstag von 10:00 bis 12:00 Uhr, um beispielsweise der Haushaltshilfe oder dem Hundesitter einen Zugang zu ermöglichen.
Zudem gibt es keine Option, einen einfachen Zugang für ein anderes Smartphone über die SwitchBot-App zu erstellen. Hier muss man das komplette Smart Home freigeben. Das klappt bei Nuki mit dem dedizierten System deutlich besser, dort müssen Gastnutzer per App nicht einmal einen Account erstellen.
Das erste Fazit zum SwitchBot Lock Ultra Max
Gerade was Motor, Schnelligkeit und Lautstärke betrifft, ist das SwitchBot Lock Ultra Max sehr interessant. Und auch das Keypad bietet prinzipiell super viele Möglichkeiten. Das macht das System zu einem wirklich interessanten Kandidaten, auch wenn ich mir eine Matter-Integration ohne Umweg über einen Hub gewünscht hätte.
Einige der Schwachpunkte, vor allem die fehlenden Zeitfenster für Gäste, oder auch die möglichen unsicheren PINs wie 123456, können durchaus mit Software-Updates behoben werden. Was mir allerdings Sorgen macht: Das erste Smart Lock von SwitchBot ist bereits im Jahr 2023 erschienen. Und seitdem hat man es nicht geschafft, eigentlich grundlegende Funktionen zu integrieren.
- 3D-Gesichts- und Handvenenerkennung — SwitchBot Lock Ultra Max rüstet kompatible Europrofilzylinder smart nach. Entsperren Sie per 3D-Gesicht...
- Dreifacher Stromschutz für bis zu 9 Monate Akkulaufzeit — SwitchBot Lock Ultra Max verfügt über einen verbesserten wiederaufladbaren...




Also das Nuki Smart Lock Pro habe ich auf die langsamste Einstellung und selbst damit ist es noch so schnell, dass es sich fast schon brutal anfühlt. Definitiv nicht materialschonend. Wenn mal die Tür nicht richtig zugezogen ist und der Motor mit Elektromotor-typischem Drehmoment loslegt und dann feststellt, dass es so nicht zugeht – das ist definitiv nicht gut für das Material, weder für das Schloss , noch für den Zylinder.
Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass so ein Elektromotor mit brachialer Gewalt in 1 Sekunde das ganze Türschloss auf- oder zuvergewaltigt, au weia.
hat jemand was von der Marke „Tedee“ gehört?