Bloomberg berichtet: Warum Apples HomePod nicht mit Amazons Echo mithalten kann

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Mel 22. November 2017, 19:25 Uhr

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Apple die Veröffentlichung des eigenen Smart Speakers, dem HomePod, auf das nächste Jahr verschoben hat. Nun gibt es weitere Kritik von Bloomberg.

Homepod

Auf der Website des Nachrichten-Magazins BloombergTechnology findet sich seit gestern ein umfangreicher Artikel, der einen direkten Vergleich von Apples HomePod mit Amazons intelligentem Lautsprecher, dem Echo, anstellt. Bloomberg kommt gleich in der Titelzeile zu einem Fazit und erklärt, dass Apples HomePod entwicklungstechnisch „drei Jahre hinter Amazons Echo“ liegt. Eine gewagte These, die das Magazin dann detailliert im eigenen Artikel näher ausführt. Wir fassen die Kernpunkte des Berichts von Redakteur Mark Gurman zusammen.

Apple hat bereits seit 2014 am HomePod gearbeitet, und das wohl als kleines Nebenprojekt zu den üblichen Flaggschiffen iPhone, iPad und Mac. Mit dem Amazon Echo, und kürzlich auch mit dem Google Home, bekommt die jahrelange Arbeit der Produktdesigner und Ingenieure allerdings ordentlich Wellen vor den Bug geschlagen. Laut Bloomberg kauften Apple-Ingenieure sogar einige Amazon Echos, um sie auseinander zu nehmen und ihnen eine schlechte Klangqualität zu bescheinigen.

Im Laufe der Jahre wurde Amazons smarter Lautsprecher Echo zu einem beliebten Accessoire für Kunden des Großkonzerns. Immerhin ließ sich damit dank der Sprachassistentin Alexa Pizza bestellen, Fragen beantworten oder das Licht im eigenen Zuhause steuern. In der Zwischenzeit hatte Apple das eigene HomePod-Projekt mehrmals wieder auf Eis gelegt, es wieder aus der Schublade hervorgeholt, um damit „Kunden einen neuen Grund zu geben, loyal zum Unternehmen zu bleiben“, die Mark Gurman es ausdrückt. „Trotz aller Zutaten, die den HomePod zu einer ernsthaften Echo-Konkurrenz machen können - inklusive Siri und dem App Store - sah Apple den HomePod nie mehr als ein weiteres Accessoire, wie beispielsweise die AirPod-Kopfhörer.“

Daher ist es nicht verwunderlich, dass der HomePod, der zu einem Preis von 349 USD zu Beginn des nächsten Jahres vertrieben wird, im Vergleich zu Amazons Echo oder auch Googles Home mit einem sehr eingeschränkten Funktionsumfang ausgestattet sein wird. Während Amazons Echo über tausende sogenannter „Skills“ und eingebundene sprachgesteuerte Apps verfügt, und auch Google Home ähnliche Funktionen aufweist, steht der HomePod schweigsam in der Ecke. „Der HomePod wird sich darauf beschränken, Musik von Apple Music abzuspielen, Apple-optimierte Smart Home-Anwendung zu steuern und Nachrichten von einem iPhone zu verschicken“, heißt es im Bloomberg-Artikel. Selbst Apple-Mitarbeiter werten diese Tatsache als „eine große verpasste Chance“.

„HomePod ist im Wesentlichen eine Erweiterung des iPhones“

amazon echo 2

Vor allem der direkte Vergleich zwischen HomePod und Echo wird vielen Interessenten des Apple-Lautsprechers schmerzen. „Der Echo fungiert als wirklich eigenständiges Produkt im Zentrum eines Ökosystems“, so Mark Gurman. „Das cloudbasierte Betriebssystem hat es Entwicklern leicht gemacht, Tausende von Skills oder sprachaktivierte Apps zu erstellen. Im Gegensatz dazu ist der HomePod im Wesentlichen eine Erweiterung des iPhone, wie ein Accessoire. Fordert man den HomePod auf, eine Drittanbieter-App zu öffnen, wird die Anfrage nicht wie beim Echo direkt in die Cloud geleitet, sondern auf ein iPhone. Daher können Entwickler keine Apps für den HomePod schreiben: Sie müssen angepasste Versionen vorhandener iPhone-Apps erstellen. Darüber hinaus hat Apple die Arten von Apps auf Messaging, To-Do-Listen und Notizen beschränkt. Wenn Alexa das schlagende Herz des Echos ist, ist Siri nichts weiter als ein Nachkömmling.“

In einem Punkt allerdings sollte Apples HomePod Amazons Echo deutlich überlegen sein: Der Soundqualität. Apple hat sich laut Aussage im Artikel dabei von bekannten Größen des Marktes wie Bose und JBL inspirieren lassen. Auch in unserem Test des neuen Amazon Echos bescheinigte Kollege Frederick dem Smart Speaker keinen guten Klang, wie ihr hier noch einmal im Detail nachlesen könnt. Der ganze Bloomberg-Artikel kann in englischer Sprache auf der Website von BloombergTechnology nachgelesen werden.

Wie steht ihr zu Apples HomePod? Werdet ihr euch den smarten Lautsprecher zulegen, trotz des eingeschränkten Funktionsumfangs? Oder habt ihr bereits ein bestehendes Audiosystem mit Produkten von Amazon oder Google zuhause? Wir sind gespannt auf eure Meinungen.

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Kommentare26 Antworten

  1. enochlight sagt:

    Eine These die so detailliert begründet wird, halte ich nicht für gewagt.

  2. Anwar sagt:

    Ich halte nichts von den ganze smarten Lautsprechern. Der Ansatz von Apple einen gut klingenden smarten Lautsprecher zu vermarkten ist gut gedacht. Der Preis ist allerdings mind. 50 Euro zu hoch angesetzt.

    Mein Smartphone oder zu Hause mein iPad ist immer in der Nähe. Wenn ich z.B zu einem gerade laufenden Film weiter Infos benötige, wäre es für alle anwesenden doch sehr störend wenn ich einen smarten Lautsprecher per Sprache nach Informationen fragen würde.

  3. party sagt:

    Mir sind die Dinger auch suspekt. Finde den Lautsprecher schon schick und der Klang wird sicher auch gut sein. Aber auf einen ständigen Lauschangriff habe ich keine Lust. Auch der Mehrwert erschließt sich mir nicht wirklich.

  4. Arc-en-ciel sagt:

    Kein Interesse

  5. gast22 sagt:

    Ein cloudbasiertes Betriebssystem … Bei Google, – und Amazon dann wohl auch. Alle Daten landen also dort.

    Da kann man den Preis schon drücken, wenn die Kunden auch mit Daten bezahlen. Und schon ist bei Apple alles wieder viel teurer.

    Bliebe noch die Frage nach dem Sinn solcher Tratschbuden. Wir können mit Siri per Computer, Tablet, Smartphone und TV-Box sprechen. Damit ist doch klar, dass der Lautsprecher diese Funktion eigentlich gar nicht benötigt, es sei denn für spezielle Anwendungen. Kein Wunder, dass die Entwicklung bei Apple nicht geradlinig verlief – zumal das vorherige Lautsprechersystem auch nur zwei oder drei Jahre kaufbar war.

  6. suboo sagt:

    ich muss gestehen, dass ich das gerät nur wegen dem sound interessant finde. der wurde jetzt oft hervorgehoben. werde es mir allein deswegen mal anhören und dann gucken, ob es gegen konkurrenz produkte bestehen kann.
    den smarten teil finde ich relativ uninteressant bzw würde mir vollkommen ausreichen – für mehr als homekit geräte ein und auszuschalten benutze ich siri (meist am apple tv) auch nie. am iphone ist es eigentlich nur dafür gut, um mal einen timer für die pizza einzustellen.

  7. elimes sagt:

    Würde meine Alexa nicht mehr hergeben. Apple interessiert sich nicht für die Wünsche von uns Kunden (Spotify am Pod?). Es geht nur um weitere Abzocke (Preis) und Gängelung. Siri hängt meiner Meinung nach mehr als 3 Jahre hinterher. Aber wer 1500 € für ein Smartphone ausgibt, der zahlt auch ohne zu mucken für einen simplen Lautsprecher. Funktioniert doch aus Sicht von Apple ganz gut ….

  8. bloxmox sagt:

    Ich würde nicht mehr voreilig sagen, dass ich mir Apples Lautsprecher nicht kaufe. Alleine die Neugierde wäre zu groß.

  9. Polybios sagt:

    Ich sag nur: Sonos one. Guter Sound gepaart mit Alexa ‼️

  10. Ollli sagt:

    Ich hätte schon Lust auf so einen hübschen Lautsprecher mit tollem Klang und etwas Siri dabei. Siri ist zwar wirklich unglaublich dumm aber für die einfachen Dinge wie Musik abspielen reicht es aus. Außerdem reicht es mir so schon, fass Apple so viele persönliche Daten von mir hat. Amazon und google lasse ich nicht auch noch in meinem Wohn- und Schlazimmer spionieren!

  11. Nemios sagt:

    Gut. Ein ordentlicher Lautsprecher der in das Apple Ökosystem passt und Privatsphäre wahrt.

    Den ganzen „Scheiß“ den Echo und Google machen um einen abzuhören und Daten abzugreifen die irgendwie vermarktet werden können .. Sorry wer das „braucht“ der hat imho keine intakte Hirnzelle.

    Davon abgesehen sind Echo & Co sicher gut Produkte.

    Ich freue mich daher auf den Home Pod, letztlich ist er konkurrenzlos.

  12. NO⋁A sagt:

    350€ für nen Lautsprecher. Never. Liebäugel mit dem neuen Echo Plus. Trau mich bloss noch net

    • michl sagt:

      der klang des Echo plus ist auch nicht das gelbe vom ei.
      ich mein es kommt immer drauf an welche Anforderungen du an einen Lautsprecher stellst.
      ich habe z.b einen kleinen Bluetooth Lautsprecher (eines namhaften dänischen Herstellers) der damals für 360 auf dem Markt war. oder mein „Küchenradio“ aus dem teuflischen Berlin mit 250 oder das 3-Wege-all-in-one-system im Büro für 500. allein meine real speaker im Wohnzimmer kosteten so viel wie der HomePod.

      350 für einen guten Lautsprecher sind also wirklich nicht übertrieben.
      im Gegenteil, die aufgerufenen 150 EUR für den echo plus, sind für den Lautsprecher übertrieben. klar hier kostet die ZigBee Basis schon geld. aber klanglich sind die echo, egal ob mit oder ohne plus, nicht besser als billige BT Lautsprecher

      nachdem ich mir einen echo dot zur Steuerung meiner Hue Lampen geholt habe, muss ich nun, obwohl ich ein kleiner fanboy bin, sagen, dass Siri im vergleich zu Alexa wirklich sehr weit hinterherhinkt.
      eigentlich schade. apple legte mit Siri einen super Grundstein, nur ist in der Hinsicht Amazon mit Vollgas auf der Überholspur vorbeigezogen und hat mittlerweile einen nicht einholbaren Vorsprung aufgebaut.

  13. Nemios sagt:

    Ordentliche Monitore/Boxen kosten weitaus mehr 300 €. Da bleiben wir gespannt, mit den Beats Kopfhörern, auch wenn sie genial einfach sind gewinnt man soundtechnisch ja nu keinen Blumentopf.

    Der HomePod sollte da schon ganze andere Akzente setzen.

  14. natreen sagt:

    To late, to little. Und für den Preis gleich gar nicht!

  15. Pöter_User sagt:

    Etwas Arbeitsteilung sollte schon sein. Apple sammelt seit Jahren Gesichter und Fingerabdrücke. Da könnten sich ruhig mal andere um die Sprachaufzeichnung in Wohnung und Büro kümmern.

    Bei der Vorstellung des HomePods war auch rauszuhören, dass es primär um Sound geht, den man von Amazons Flachmann oder Bierdose nicht erwarten kann.

    • zeroG sagt:

      @pöter: Wie kommst Du darauf, dass Apple seit Jahren Gesichter und Fingerabdrücke sammelt? Hast Du da irgendwelche Belege dafür? Immerhin widerspricht es diametral sämtlichen Aussagen die Apple regelmäßig äußert.

    • zeroG sagt:

      @pöter: Immer wieder schön. Jedes Mal wenn mal wieder jemand irgend eine an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorie zum besten gibt kommt nichts mehr, wenn man konkret nachhakt.

  16. Freddy sagt:

    Tja, der Klassiker, Apple bringt etwas heraus und der Forenschreiberling schaut auf den Preis und ist sich sicher, kann einfach nur zu teuer sein, ist ja schließlich von Apple.

    Ich sehe dann einfach den Markt an drahtlosen Lautsprechern und finde 350€ sind Marktüblich, wenn ich zB. den Bose Revolve + für 300€, den Bluesound Pulse Flex für 350€ (ohne Akku) oder den Beoplay M5 für 470€, den Beoplay A2 für für 300€ betrachte sind 350€ nicht wirklich teuer. Man kann darüber streiten ob genannte Lautsprecher den Preis wert sind aber der Markt ist vorhanden und die Leute zahlen den Preis und keiner diskutiert darüber aber wenn Apple in dieses Segment eindringt wird das Thema Preis plötzlich sehr interessant. Verstehe ich irgendwie nicht.

    Ich finde solange der HomePod nocht nicht erschienen ist sollte man den Ball erst einmal sehr flach halten, den erst dann macht es Sinn über Preis/ Leistung zu diskutieren aber ich glaube das der HomePod kein Alexa oder Echo sein möchte, von daher ist für mich ein Vergleich auch recht amüsant. Apple praktiziert und pflegt seit je her sein eigenes Ökosystem und genau jenes macht Apple in meinem Benutzerempfinden stark und in jenem Ökosystem wird der HomePod wahrscheinlich wunderbar funktionieren und wenn dem so sein sollte gepaart mit einem guten Sound wird der HomePod sicherlich seine Anhänger finden.

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