COBI macht das Fahrrad zum Smartbike: Der Gründer im Interview

Fast eine halbe Millionen US-Dollar hat COBI auf Kickstarter gesammelt. Ab 2016 soll es Radfahrer glücklich machen.

COBI Fahrrad Smartbike 2

Fahrradhalterungen für das iPhone gibt es unzählbar viele. Doch keine bietet so viele spannende Extras wie COBI. Wir stellen euch das ehemalige Kickstarter-Projekt zusammen mit dem Firmengründer und Geschäftsführer Andreas Gahlert vor. Mehr Informationen rund um das Produkt und Vorbestell-Möglichkeiten erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite. Die Preise für die smarte Halterung starten bei 179 Euro.

Im Automobilbereich machen aktuell Apple CarPlay und Android Auto auf sich aufmerksam. Bringt COBI ähnliche Möglichkeiten auch auf das Fahrrad?
Andreas Gahlert: Ja. Wir sind Anfang 2014 mit der Vision gestartet, Connected Car in Fahrrädern jedem zugänglich zu machen. Beim Automobil hat sich das Thema mit Systemen wie Apple CarPlay und Android Auto ganz klar zum Megatrend entwickelt. COBI bringt diese Technologie auch in die Fahrradbranche, indem es jedes Fahrrad und E-Bike zum Smartbike machen kann – und damit auch den Komfort, den Spaß und die Sicherheitsaspekte, die sich aus dieser Entwicklung ergeben.

Auf Kickstarter hat COBI über 400.000 US-Dollar gesammelt. Was wäre mit der tollen Idee passiert, wenn das Crowdfunding nicht so erfolgreich gelaufen wäre?
Andreas Gahlert: Die Kickstarter-Kampagne war für uns ein sehr wichtiger Meilenstein und ein wichtiges Feedback. Immerhin wurde das eigentliche Ziel von 100.000 US-Dollar um das Vierfache übertroffen. Und es war die zweiterfolgreichste Bike-Tech Kickstarter Kampagne aller Zeiten. Für die Realisierung von COBI war das Ausmaß des Erfolgs allerdings nicht entscheidend. Besonders wichtig war für uns die Bestätigung – der Markt hat auf ein System wie COBI gewartet. Außerdem konnten wir durch den Dialog mit unseren Kickstarter-Unterstützern viele wertvolle Vorschläge mit in die Entwicklung einbringen.

COBI Fahrrad Smartbike 1

COBI erinnert ein wenig an einen Baukasten – jeder Nutzer kann sich genau die Teile herauspicken, die er benötigt und nutzen möchte. Hat auch das zum Erfolg beigetragen?
Andreas Gahlert: COBI ist ein digitales Nachrüst-System, um das eigene Smartphones in Urbanbikes, Tourenräder, Mountainbikes und E-Bikes zu integrieren. Da Fahrräder sehr unterschiedlich von Form und Ausstattung sind, haben wir uns entschieden, COBI an den Stil des Fahrrads anpassbar zu machen. Daher hat man die Wahl, ob man das COBI Licht und verschiedene Stylekits nutzt.

Das Baukasten-Prinzip hat auch den Vorteil, dass sich das System in Zukunft erweitern lässt. Plant ihr im Hinterkopf bereits die ersten Neuerungen und Erweiterungen?
Andreas Gahlert: Ganz genau. COBI steht im Kern für intelligentes Fahrradfahren. Daraus werden wir in Zukunft weitere Produkte entwickeln. An der nächsten Version sind wir bereits dran. COBI kann heute schon folgende Funktionen verknüpfen: Bluetooth Kopfhörer, diverse Cloud-Dienste, Musiksteuerung, Wettervorhersagen, Fitness-Sensoren und Pulsmesser. Insgesamt umfasst das COBI „Ecosystem“ jetzt schon über 100 Funktionen und wird ständig erweitert. Unsere Wunschliste, die wir nach und nach integrieren, ist enorm lang.

COBI ist ja nicht nur Hardware, sondern vor allem auch Software. Welche Details haben die Entwicklung zu einer besonderen Herausforderung gemacht?
Andreas Gahlert: COBI ist ein sehr komplexes Produkt. Die Schwierigkeit der Entwicklung liegt einerseits in der Kombination so vieler Funktionen, andererseits muss COBI unter allen Umweltbedingungen funktionieren. Softwareseitig haben wir es ja mit drei Entwicklungsebenen zu tun: Firmware, Middleware und die iOS/Android Ebene. Aber unser Softwareteam rund um Heiko Schweickhardt ist wirklich großartig aufgestellt.

COBI Fahrrad Smartbike 3

Vor einiger Zeit habt ihr in einem Video mal das Straßenverkehrsamt angesprochen. Gibt es hier schon Neuigkeiten rund um Licht, Blinker und Klingel? Warum ist das in anderen Ländern kein Problem? Andreas Gahlert: Ja, das ist geklärt. Das Licht vorne und hinten wird StVO zertifiziert. Der Blinker ist nur in Deutschland nicht erlaubt, er wird softwareseitig abgeschaltet. Wir versuchen aber eine Lösung zu finden, ihn den Fans doch auf legalem Weg zugänglich zu machen. Bremslicht muss in Deutschland Verzögerungslicht heißen, dann ist es zulässig. Die Klingel wird aktiviert – der Sound ist der typischen Glocke nachempfunden und ist damit ein Sicherheitsgewinn.

Auf Kickstarter war Juni 2015 für die Auslieferung anvisiert, auf der Webseite wird von Herbst 2015 gesprochen. Auch weil es jetzt wieder früher dunkel wird: Wie sieht euer aktueller Zeitplan aus?
Andreas Gahlert: Das wichtigste gleich vorweg: Wir werden COBI rechtzeitig zum Start der kommenden Fahrradsaison ausliefern können. Ursprünglich hatten wir Herbst 2015 geplant, können diesen Termin aber nicht einhalten, da die für uns so wichtige Qualitätssicherung und Zertifizierung nun doch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Vor allem das Thema Wasserdichtigkeit hat zu Problemen geführt. Die spezielle Herausforderung liegt für COBI vor allem auch darin, dass wir nicht nur ein neues Produkt auf den Markt bringen, sondern eine ganz neue Produktkategorie ins Leben rufen. Auch das nimmt viel Zeit in Anspruch, da wir die meisten Entwicklungsschritte von Grund aufbauen müssen. Außerdem haben wir mit einigen Unternehmen in der Fahrradbranche Kooperationen geschlossen – auch diese Umsetzung braucht Zeit. So werden Winora, Rotwild, Schindelhauer und Ghost einige ihrer neuen Fahrräder und E-Bikes bereits ab Werk mit COBI ausstatten. Wie gesagt werden wir COBI aber rechtzeitig zur Fahrradsaison 2016 ausliefern.

(YouTube-Link)

Kommentare 5 Antworten

  1. Funktioniert leider nur an aktuellen Bosch Bikes. Wann (und ob wirklich) andere Hersteller unterstützt werden (Yamaha) ist offen. Da ich ein Bike mit Yamaha Motor habe ist es auch nichts für mich – Leider.

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