Jetzt auch Microsoft: Externe Mitarbeiter hören bei Skype Gespräche der Nutzer mit

Nach Google, Amazon und Apple bleibt auch Microsoft nicht außen vor

In den vergangenen Wochen sorgten einige Nachrichten für Aufruhr in den Medien: Nachdem bereits vor einigen Monaten bekannt geworden war, dass Amazon beim Zugriff auf die Sprachassistentin Alexa Mitarbeiter für Analysezwecke mithören lässt, stellte sich selbiges auch für die großen Konkurrenten Google und Apple heraus. Alle Konzerne betonen, dass dies nur für einen verschwindend geringen Anteil an Gesprächen gelten würde, und haben zuletzt den Mithör-Prozess in europäischen Ländern gestoppt.

Nun kommt ein weiterer Gigant aus der Tech-Branche mit ins Spiel: Auch Microsoft soll menschliche Mitarbeiter an Skype-Gesprächen mithören lassen. Dies wird aus einem Artikel des US-Mediums Motherboard deutlich, die über Screenshots, Audiodateien und Dokumente verfügen, die dies belegen sollen. In den Nutzungsbedingungen von Skype ist zwar ausdrücklich die Rede davon, dass Gespräche zur Verbesserung der Qualität analysiert werden, allerdings ist dort nicht zu lesen, dass dies über menschliche Mitarbeiter erfolgt. 

Insbesondere der Übersetzungsdienst von Skype soll nun im Fokus der Enthüllungen stehen, zudem ist auch die Sprachassistentin Cortana betroffen. Externe Mitarbeiter würden entsprechende Sprachbefehle überprüfen und analysieren, wie das Magazin t3n berichtet. „In den aufgenommenen Audiofiles, die dem US-Portal vorliegen, soll es um teils intime Gespräche zwischen Partnern ebenso gegangen sein wie um sehr persönliche Dinge wie um das Gewicht oder Beziehungsprobleme.“

Analyse-Arbeit sogar im HomeOffice möglich

Ein Insider hatte das US-Portal Motherboard mit den Informationen ausgestattet und damit einen direkten Beweis geliefert, wie lasch der Microsoft-Konzern mit privaten Nutzerdaten umgeht. Microsoft hat umgehend auf diese Vorfälle reagiert und erklärte daraufhin in einem Statement, „dass der Konzern Sprachdaten sammle, um sprachbasierte Dienste wie Suche, Sprachbefehle, Übersetzungen oder Diktatfunktion zu verbessern“, so t3n. „Dabei sei man transparent und hole sich die Erlaubnis der Nutzer ein. Zudem achte der Konzern auf die Privatsphäre, indem die Daten nur so weitergegeben würden, dass die Nutzer nicht erkannt werden könnten. Außerdem würden auch die externen Mitarbeiter auf die Einhaltung von Datenschutz-Klauseln verpflichtet.“ 

Einen expliziten Hinweis darauf, dass menschliche Mitarbeiter für die Analysen zuständig sind, liefert Microsoft nicht. Laut Aussagen von Motherboard könnten Microsoft-Bedienstete die Analyse-Arbeit zudem sogar vom HomeOffice aus erledigen. Man darf gespannt sein, wie Microsoft weiter auf die wachsende Kritik reagieren wird – und eventuell auch wie Apple und Google den Mithör- und Analyse-Prozess aussetzen wird.

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