Ab Sommer schaltet Apple auch in der Karten-App Werbung, allerdings hat der Konzern frisch neue Spielregeln für sein Werbeprogramm veröffentlicht und dabei gleich mehrere Branchen komplett außen vor gelassen.
Handwerker müssen draußen bleiben
Laut einem Bericht von TechCrunch hat Apple eine ganze Reihe an Kategorien festgelegt, die in Apple Maps schlichtweg nicht auftauchen dürfen. Besonders auffällig: Klassische Handwerksbetriebe wie Klempner, Elektriker, Schlüsseldienste, Heizungs- und Klimatechniker, Schädlingsbekämpfer sowie Dachdecker- und Baufirmen sind komplett von Werbeflächen ausgeschlossen.
Auch zwei weitere, deutlich sensiblere Bereiche fallen unters Werbeverbot: Kautions- beziehungsweise Bürgschaftsdienstleister, die mit der vorläufigen Freilassung von Beschuldigten zu tun haben, sowie Anbieter für Kryptowährung. Bei medizinischen Angeboten zeigt sich Apple hingegen flexibler und will hier offenbar von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Anzeige zulässig ist.
Bemerkenswert ist dieser Schritt vor allem im Vergleich zur Konkurrenz: Google lässt Werbung für Dienstleistungen rund ums Haus explizit zu und generiert damit einen seiner umsatzstärksten lokalen Werbebereiche.
Ein umfangreiches Regelwerk jenseits der Kartenwerbung

Die neuen Maps-spezifischen Vorgaben ergänzen dabei nur die bereits bestehenden, allgemeinen Werberichtlinien des Unternehmens. Und die haben es in sich: Tabak, Marihuana und andere berauschende Substanzen sind tabu, während für Alkohol, Nahrungsergänzungsmittel, Finanzdienstleistungen, religiöse Inhalte, Glücksspiel, verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie Gewinnspiele umfangreiche Detailregelungen gelten. Waffen- und Munitionswerbung ist ebenso ausgeschlossen wie Inhalte, die Gewalt oder gesellschaftsschädigendes Verhalten thematisieren oder gutheißen.
Weiterhin verboten sind irreführende oder schlicht falsche Werbeaussagen, ebenso wie diffamierende, obszöne, diskriminierende oder rechtswidrige Inhalte sowie Verstöße gegen geistiges Eigentum. Wer gegen Apple selbst wettert oder Produkte bewirbt, die in direkter Konkurrenz zu Apple-Hardware stehen, hat ebenfalls keine Chance. Politische Werbung, unbelegte Gesundheitsversprechen sowie anstößige oder kontroverse Inhalte runden die Verbotsliste ab.
Start diesen Sommer, aber nicht in Deutschland
Konkret will Apple die Werbeschaltung in der Karten-App ab diesem Sommer zunächst in den USA und Kanada einführen. Apple platziert die Anzeigen sowohl in den Suchergebnissen als auch im Bereich „Vorgeschlagene Orte“. Als Anzeige gekennzeichnet, sollen sie zudem strikt anonymisiert bleiben: Weder der Standort noch das Interaktionsverhalten der Nutzer werden mit deren Apple-Konto verknüpft, und auch eine Weitergabe von Werbedaten an Dritte schließt Apple ausdrücklich aus.

„Weiterhin verboten sind irreführende oder schlicht falsche Werbeaussagen, ebenso wie diffamierende, obszöne, diskriminierende oder rechtswidrige Inhalte sowie Verstöße gegen geistiges Eigentum.“
Klingt als wolle Apple Trump-Kampagnen ausschliessen 😁
So liest es sich, wenn Trump dann Apple schalte Online, wird Apple nur Fragen wie viel Platz es auf den Display einnehmen soll.
„Wollen Sie einen Einspieler mit 30s Timer oder 5min damit die Propaganda ohne Unterbrechungen abgespielt werden kann? Selbstverständlich werden alle, die es wagen diese wegzuklicken, aufgrund des Hochverrats an das FBI gemeldet werden. Bereits im gebuchten Paket inklusive.“
🚨…bullshit-alert
Mich würde interessieren was diese Werbe Diskrimierung für Handwerker soll?
Ich schätze, weil in USA sehr viele ohne Lizenz arbeiten und fast nie kontrolliert werden. Ist dann auch ein hohes Betrugsrisiko. Bewertungen sind ja eh immer alle gefälscht (deswegen boomt deren Hausinspektor Branche).
Die Liste der erlaubten Inhalte wäre kürzer 🤣