Parata: Neue iOS-App will endlich Ordnung in den Notfall bringen

Parata: Neue iOS-App will endlich Ordnung in den Notfall bringen

Aus einem persönlichen Problem wird eine neue App

Parata auf einem iPhone

Wer ein Haushaltsbuch entwickelt, kennt sich vermutlich damit aus, Dinge aus dem eigenen Alltag zu digitalisieren. Genau so sind MoneyControl und später Pockey des deutschen Entwicklers Stefan Dörhöfer entstanden. Nun gibt es mit Parata ein weiteres Projekt von Dörhöfer, diesmal allerdings aus einem deutlich ernsteren Anlass. Ein Fall im Bekanntenkreis machte ihm bewusst, wie wichtig es sein kann, dass Angehörige im Ernstfall schnell wissen, was zu tun ist. Die Idee für einen digitalen Notfallordner war geboren. Im App Store ist „Parata – Notfallordner“ (App Store-Link) inzwischen als kostenlose App für iPhone und iPad erhältlich.

Ein Notfallordner klingt zunächst nach einer dieser Aufgaben, die man unbedingt irgendwann erledigen möchte, und dann doch monatelang auf der To-Do-Liste stehen. Genau hier setzt Parata an. Die App zerlegt das Thema in überschaubare Kapitel und führt Schritt für Schritt durch die notwendigen Informationen. Notfallkontakte, Fundorte wichtiger Unterlagen, Versicherungen, Banken, laufende Verträge, gesundheitliche Informationen oder die Versorgung von Angehörigen und Tieren gehören ebenso dazu wie Vorsorge, Bestattungswünsche und das digitale Leben. Der Fortschritt bleibt dabei sichtbar, und wer etwas nicht besitzt oder geregelt hat, kann schlicht „Nicht vorhanden“ auswählen.


Interessant ist auch, was Parata ausdrücklich NICHT sein will. Die App sammelt keine Passwörter, PINs oder Zugangscodes. Stattdessen wird lediglich festgehalten, wo entsprechende Informationen verwahrt werden. Auch Dokumente selbst müssen nicht in die App kopiert werden: Parata dokumentiert vielmehr, welche wichtigen Unterlagen existieren und wo Angehörige sie finden. Damit geht es weniger um einen digitalen Tresor als um eine Art Wegweiser durch die persönliche Organisation. Die Daten werden laut App-Store-Beschreibung lokal verschlüsselt gespeichert.

Am Ende steht ein echter Notfallordner

Parata auf einem iPad
Parata lässt sich auch auf dem iPad nutzen.

Der digitale Fragebogen ist dabei nicht das eigentliche Ziel. Parata erzeugt daraus konkrete Unterlagen, die ausgedruckt oder geteilt werden können. Dazu gehören der vollständige Notfallordner, ein einseitiges Notfall-Deckblatt mit den wichtigsten Informationen, ein Hinweisblatt für Angehörige und ein Recovery-Bogen für den Zugang zum digitalen Leben. Gerade das Deckblatt soll im Ernstfall schnell Orientierung geben: Wer muss angerufen werden? Was ist medizinisch wichtig? Wer benötigt Unterstützung? Und vor allem: Wo befindet sich der eigentliche Ordner?

Bei einer App, die zwangsläufig mit sensiblen Informationen arbeitet, ist die technische Umsetzung entscheidend. Parata speichert die Angaben nach eigener Darstellung verschlüsselt auf dem Gerät. Die optionale Cloud-Sicherung ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, so dass selbst der Anbieter die gespeicherten Inhalte nicht lesen können soll. Die Cloud dient vor allem dazu, den Ordner auf mehreren Geräten verfügbar zu machen oder mit Angehörigen zu teilen.

Das Erstellen und Speichern eines Notfallordners ist grundsätzlich kostenlos möglich. Wer drucken, PDFs und das Ordner-Archiv exportieren oder mehrere Ordner parallel verwalten möchte, kann für 9,99 Euro auf Parata Plus wechseln. Für die optionale Cloud-Synchronisierung gibt es ein separates Abo für 1,99 Euro monatlich oder 12,99 Euro jährlich. Im deutschen App Store wird das rund 12 MB große Parata aktuell für iPhone, iPad und Macs mit Apple-Chip angeboten, außerdem ist die App in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch, verfügbar.

Parata - Notfallordner
Parata - Notfallordner
Entwickler: Priotecs IT GmbH
Preis: Kostenlos+

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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