Seit seinem Amtsantritt als Apple-CEO im vergangenen Monat setzt John Ternus offenbar deutlich andere Schwerpunkte als sein Vorgänger Tim Cook. Laut Aussage von Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem neuen „Power On“-Newsletter hat Ternus das Produktdesign zu einer „obersten Priorität“ gemacht und sich persönlich stärker in die Arbeit der Designteams eingeschaltet.
Ternus kennt Apples Designabteilung bereits aus seiner Zeit als Chef der Hardware-Entwicklung. Als CEO ist sein Engagement dort aber offenbar noch einmal deutlich intensiver geworden. Gurman berichtet, dass Ternus das Designstudio mehrmals pro Woche besucht, teilweise sogar mehrmals am selben Tag. Dabei beschäftigt er sich sowohl mit dem Industriedesign als auch mit der Gestaltung der Benutzeroberflächen.
Damit unterscheidet sich Ternus auch beim Führungsstil von Tim Cook. Cook, der vor allem für seine Expertise bei Lieferketten und operativen Abläufen bekannt ist, soll das Designstudio laut Gurman höchstens einmal im Monat und dann für etwa eine Stunde besucht haben. Ternus nimmt sich dagegen deutlich mehr Zeit für die kreativen und technischen Details der Apple-Produkte.
Technik statt Lieferkette

Auch Ternus’ beruflicher Hintergrund spielt dabei eine Rolle. Der neue Apple-Chef ist Ingenieur und kommt aus der Produktentwicklung. Finanzthemen überlässt er dem Finanzchef Kevan Parekh, während sich Betriebschef Sabih Khan um die Lieferkette kümmert. Dadurch kann sich Ternus stärker auf Technik, Hardware und Design konzentrieren.
Mit Ternus steht damit ein CEO an der Spitze, dessen Karriere eng mit Apples Produkten verbunden ist. Seine intensive Präsenz im Designstudio zeigt, dass er offenbar nicht nur strategisch führen, sondern auch bei der Entwicklung künftiger Geräte und Benutzeroberflächen näher am Geschehen sein möchte. Für Apples Designteams bedeutet der CEO-Wechsel daher zudem einen deutlich direkteren Draht zur Konzernspitze.
