Wohin?-Entwickler im Interview: Günstiger als ein Bier in der Kneipe

In der letzten Woche ist die Umgebungssuche Wohin? neu aufgelegt worden. Wir haben uns mit dem Entwickler über sein Projekt unterhalten.

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Wie zufrieden seid ihr mit dem Start des neuen Wohin?
Ortwin Gentz: In Deutschland haben wir einen super Start hingelegt mit Platz 7 in den Top 100 – und das vom Stand weg. International ist der Start etwas holprig verlaufen, weil Apple unser 7.0.1 Update mit lokalisierten Beschreibungstexten und Screenshots trotz Approval noch zwei Tage schmoren ließ, bis es im App Store verfügbar war. Dadurch konnte die App nicht richtig gefunden werden. Der Fehler ist mittlerweile korrigiert und wir sehen auch im Ausland eine anziehende Nachfrage.


Wie lange hat die Entwicklung der neuen Version gedauert?
Ortwin Gentz: Wir haben ungefähr ein Jahr an der Entwicklung der neuen Version gearbeitet. Dabei standen wir vor einer schwierigen Herausforderung: Wie sollten wir unser stark skeuomorphistisch geprägtes Design der alten Version überarbeiten? Natürlich hätten wir einfach alle Leder-Texturen herauswerfen und es gut sein lassen können. Das war uns zu einfach und wir wollten der App weiterhin eine unverwechselbare Identität geben. Daher haben wir uns entschieden, das komplette Navigationskonzept zu überarbeiten und die Karte mehr in den Mittelpunkt zu rücken. So bleibt die Karte beim Wechsel zu den Trefferdetails weiterhin sichtbar und man behält den lokalen Kontext immer im Blick. Sämtliche Übergänge sind mit ausgefeilten Animationen versehen. Das alles war sehr aufwändig und hat viel Entwicklungszeit verschlungen.

Warum habt ihr euch für eine komplett neue App und kein Update entschieden?
Ortwin Gentz: Für Wohin? gab es über fünf Jahre kostenfreie Updates – ein sehr langer Zeitraum, wie ich meine. Daher war es jetzt unumgänglich, auch die Bestandskunden mit einem kleinen Obulus erneut zur Kasse zu bitten, wenn sie auf die aktuelle Version wechseln möchten. Wenn man sich den Umfang der Änderungen ansieht, ist das aus unserer Sicht auch gerechtfertigt und der Benutzer bekommt gute Qualität für sein Geld.

Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die neue App vorab anzukündigen? Immerhin ist die neue App besonders für Nutzer, die sich erst vor kurzem das alte Wohin? gekauft haben, schon etwas ärgerlich…
Ortwin Gentz: Eine Übergangszeit, wie sie im traditionellen Software-Vertrieb oft angeboten wird, um Kunden ab einem bestimmten Stichtag das Upgrade kostenlos zu geben, wäre sicher schön gewesen. Leider bietet Apple solch ein Instrument nicht an. Wir glauben, dass wir mit dem vergünstigten Einführungspreis von 1,79 € den Bestandskunden fair entgegenkommen. Für diesen Betrag bekommt man ja nicht einmal ein Bier in der Kneipe!

Wohin ist der In-App-Kauf samt Augmented-Reality-Funktion verschwunden?
Ortwin Gentz: Die Augmented-Reality Zusatzoption ist in der neuen Version nicht mehr enthalten. Die Nutzung der Funktion war sehr gering im Vergleich zur Karten- und Listenansicht. Daher haben wir uns im Hinblick auf einen früheren Release-Termin für die Herausnahme entschieden. Wir denken bei entsprechendem Nutzerinteresse aber darüber nach, die Option in einer zukünftigen Version nachzurüsten.

Was habt ihr für die Zukunft von Wohin? noch in der Pipeline?
Ortwin Gentz: Wir haben viel vor, insbesondere im Hinblick auf neue Funktionen in iOS 8. Genaueres können wir noch nicht verraten, nur soviel: Die iOS 8 Extensions sind ein sehr spannendes Thema für uns!

Wichtige Links zur App:

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Kommentare 5 Antworten

  1. Die nächste Werbeeinblendung für ‚Wohin?‘ … 🙁 Seid Ihr Kumpels von Ortwin Gentz? Warum (mal wieder) nichts wirklich kritisches … Warum keine Fragen, warum keine iOS6-Version im Store belassen wurde, warum unbedingt iOS7 nötig ist, was an dieser Version außer der Gestaltung so sensationell neu ist, dass eine neue App nötig wurde usw. Statt dieser Sorte von Entwicklern eine derartige Werbeplattform zu bieten, solltet Ihr lieber den Unmut aus den Kommentaren hier aufgreifen und derartige ‚Update‘-Unsitten wenigstens deutlich beim Namen nennen!

  2. @Ken Dschun: Da hat es „diese Sorte von Entwicklern“ doch tatsächlich gewagt, (endlich) eine „lederfreie“ neue Appversion zu erstellen – und dann will „diese Sorte von Entwicklern“ dafür auch noch gigantische 1,79 € – WOW! (Rückfrage: Was gibst Du eigentlich so als TRINKGELD? Ich frag ja nur…)

    Dann noch schnell die Redakteure der „Korruption“ bezichtigt, ein kurzes Plädoyer für knallharten, schonungslosen, investigativen App-Journalismus – und schon hat sich der Tag gelohnt…

    (P.S.: Das einzige, was mich stört, ist, dass es keine iPad-Version gibt – kommt ja vielleicht noch…)

    1. Es ist keine wirklich neue Version und es geht nicht um die 1,79€, du kannst mir glauben, dass ich für gute Apps auch gerne bezahle. Insofern ist deine ‚Rückfrage‘ nur billige Polemik. Ich vermisse aber, und auch das ziehst du ja nur ins Lächerliche, bei den meisten der sogenannten appgefahren-‚Interviews‘ wirkliche Fragen, das ist doch hier keine Product-Placement- oder Marketingplattform, oder doch? Nichts hätte dagegen gesprochen, ein normales Update herauszugeben und weiter ältere iOS-Geräte zu unterstützen, andere Entwickler schaffen das ja schließlich auch. Das ist eben die andere Sorte Entwickler. Und DIESE darf appgefahren auch gerne unterstützen.

  3. Vielen Dank für den Bericht über diese tolle App! Ich nutze diese sehr oftund kann sie wirklich empfehlen! Bei Fragen reagiert der Entwickler sehr schnell und freundlich. Von mir 5 Sterne!

  4. App geladen und in der Nähe getestet – Trefferquote geht so – der Menüaufbau ist nett, aber nicht besonderes, eigentlich braucht die App kein Mensch – Google und Googlemaps können das gleiche.

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