Netgear Orbi im Test: Schnelles WLAN ohne komplizierte Einrichtung im ganzen Haus

Mit dem neuen Orbi bringt Netgear als einer der ersten Hersteller die nächste Generation für heimischen WiFi-Netzwerke in den Handel. Ich habe das System bereits ausprobieren dürfen.

Netgear Orbi 2

Auf der IFA in Berlin haben gleich mehrere Hersteller neue WLAN-Systeme vorgestellt, die neben einem Router auch aus einem speziellen Access Points bestehen, bei denen es im Gegensatz zu herkömmlichen Repeatern keine Leistungseinbußen gibt. Mittlerweile hat es ein Modell fast bis in den Handel geschafft: Ich habe Orbi, so heißt das neue Produkt aus dem Hause Netgear, kurz vor dem offiziellen Marktstart ausprobieren können und möchte euch in diesem Artikel meine Erfahrungen schildern.

  • Netgear Orbi 2er-Set mit Router & Satellit für 449,99 Euro (Amazon-Link)
  • erscheint am 25. November 2016

Netgear Orbi ist als handelsüblicher einzelner Router für 249,99 Euro vorbestellbar, wirklich spannend wird das System aber erst im Set, bestehend aus Router und einem zusätzlichen Satellit für 449,99 Euro, denn damit lassen sich laut Herstellerangaben bis zu 350 Quadratmeter Wohnraum abdecken. Interessant dürfte das vor allem für Besitzer großer Wohnungen oder Häuser sein, die keine Kabel verlegen möchten oder können, und trotzdem überall eine schnelle WLAN-Verbindung benötigen.

Netgear Orbi punktet mit Tollem Design und einfacher Einrichtung

Positiv erwähnen muss ich zunächst einmal das Design. Vor einigen Monaten musste ich den Hersteller für das ziemlich eigensinnige Design des X6-Routers ja ein wenig rüffeln, beim Orbi sieht das aber zum Glück ganz anders aus. Der rund 25 Zentimeter große Orbi sieht wie alles mögliche aus, aber ganz sicher nicht wie ein Router – und das ist auch gut so. Selbst das Netzkabel und das Netzteil sind weiß gehalten, so ein Teilchen stellt man sich wirklich gerne ins Wohnzimmer, ohne es verstecken zu müssen.

Auch bei der Installation sammelt Netgear Pluspunkte, auch wenn zumindest bei meinem Testexemplar keine deutsche Bedienungsanleitung beilag. Viel falsch machen kann man aber wirklich nicht: Router an Strom und Modem anschließen, kurz warten, danach den Satellit im gewünschten Raum mit dem Strom verbinden und in insgesamt weniger als fünf Minuten ist die Verbindung zwischen den beiden Orbi aufgebaut und eine flächendeckendes und schnelles WLAN erstellt, in das man sich direkt einloggen kann. Eine weitere Konfiguration, etwa mit einem Netzwerknamen und Passwort wie bei anderen Routern, ist natürlich auch bei diesem Netgear-System kein Problem.

Netgear Orbi 1

Satellit arbeitet deutlich effizienter als herkömmliche Repeater

Aber was macht das Netgear Orbi nun anders als gewöhnliche Router und Repeater? Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Ich versuche es an dieser Stelle mal so zu beschreiben, dass es hoffentlich jeder versteht: Einfache Repeater verwenden meist nur ein einziges WiFi-Netz, über das gleichzeitig Daten zum Router und zum Endgerät übertragen werden. Selbst bei besseren Dual-Band-Repeatern kommt es zu Engpässen, denn einer der beiden Wege führt in diesem Fall über den relativ langsame WLAN-n-Standard.

Beim Netgear Orbi sieht das ein wenig anders aus, hier werden insgesamt drei Netzwerke erstellt. Zunächst einmal stellen Router und Satellit wie viele andere WLAN-Hotspots jeweils ein Netzwerk im 2,4 GHz-Netz und im 5 GHz-Netz auf, mit denen sich sämtliche Endgeräte verbinden können. Zusätzlich aber funken zwischen Router und Satellit jeweils vier Antennen mit bis zu 1.733 Mbps im 5 GHz-Netz. Das bedeutet auf gut Deutsch gesagt: Zwischen den beiden Orbi liegt ein ziemlich flottes „WLAN-Kabel“, quasi eine Autobahn, auf der es keine zusätzlichen Zufahrten gibt.

Netgear Orbi 3

Da sämtliche Netgear Orbi den selben WLAN-Namen nutzen, muss man sich also Nutzer um nichts mehr kümmern, egal in welchem Raum man sich befindet, es gibt überall eine schnelle Verbindung. In meiner knapp 90 Quadratmeter großen Wohnung, die für den Orbi eigentlich unterdimensioniert ist, gibt es so auch in der letzten Ecke eine volle Internet-Geschwindigkeit von 200 MBit/s, mehr gibt meine Kabel-Leitung ohnehin nicht her. Ein praktischer Nebeneffekt: Durch die schnelle Verbindung zwischen den beiden Orbi habe ich etwa mein NAS, das sonst im Wohnzimmer stand und durchaus hörbar war, einfach in einen anderen Raum verfrachten können, ohne dass es zu Einbußen in Sachen Geschwindigkeit kam.

Langsames USB 2.0 als kleines Manko

Besonders interessant dürfte Netgear Orbi für alle Hausbesitzer sein, die ohne großem Aufwand in mehreren Etagen schnelles WLAN ermöglichen wollen. Genau hier spielt die Technik ihre Stärken aus, vor allem wenn es in einigen Wochen auch zusätzliche Satelliten zu kaufen gibt. Diese werden mit der eingebauten Sync-Taste ebenfalls so einfach hinzuzufügen sein, wie der erste, bereits vorkonfigurierte Satellit.

Einen kleinen Abstrich muss man leider bei den zur Verfügung stehenden Anschlüssen machen. Mit insgesamt sieben Ethernet-Ports (drei am Router, vier am Satellit) ist man zwar noch gut bedient, es gibt aber nur jeweils einen USB-Port, der noch nicht einmal den schnellen 3.0 Standard unterstützt. Bei einem Netzwerk-Drucker ist das kein Problem, bei angeschlossenen USB-Festplatten wird man aber durchaus Geschwindigkeitseinbußen in Kauf nehmen müssen.

Für mich ist das letztlich aber kein entscheidendes Kriterium. Eine größere Rolle spielt viel eher der Preis, der vermutlich einige Interessenten abschrecken dürfte. Knapp 450 Euro sind definitiv eine Hausnummer, zumal der Orbi ohne ein integriertes Modem daher kommt. Wer aber wirklich schnelles und flächendeckendes WLAN wünscht, kommt um eine Investition von über 300 Euro ohnehin nicht herum.

Netgear Orbi Starter-Set
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Netgear Orbi Starter-Set
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Kommentare 18 Antworten

    1. Muss ich morgen früh mal schauen. Ist aber das bekannte Netgear Backend und soweit ich das in Erinnerung habe, ging da so ziemlich alles in den erweiterten Einstellungen.

      1. Vielen Dank schon mal vorab. Ich habe leider kein Handbuch als PDF gefunden. Interessant wäre auch, ob dieser Router auch WLAN ad bereitstellt. Entsprechende Endgeräte gibt es noch nicht, aber bei dem Preis würde ich längerfristig planen wollen.

          1. Da warst Du schneller. Ich habe mir gerade das Handbuch angesehen.

            Welche DDNS Anbieter werden genau unterstützt und welche Protokolle bei VPN? Zu VPN stand leider nichts im Handbuch.

            Danke vorab für Deine Auskünfte. 🙂

          2. Danke. Ich bin gespannt, ob die Funktion tatsächlich nachgereicht wird. Für meinen R8000 wurde auch viel versprochen.

            Über eine Info zu DDNS und VPN würde ich mich freuen. Das sind mit die wichtigsten Funktionen für mich.

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