Tim Cooks Ansprache zu Hassbotschaften: „Ihr habt keinen Platz auf unserer Plattform“

Apple-CEO Tim Cook äußerte sich deutlich gegenüber Hass und Moral.

Während der „Never Is Now“-Konferenz der ADL (Anti-Defamation League) in New York nahm Tim Cook am Montag dieser Woche den Courage Against Hate Award entgegen und richtete im Rahmen einer Keynote starke Worte an Menschen, die versuchen würden, Hass über Apples Plattform zu verbreiten. „Wir haben nur eine einzige Botschaft für diejenigen, die Hass, Spaltung und Gewalt forcieren wollen“, so Tim Cook. „Ihr habt keinen Platz auf unserer Plattform. Ihr habt hier kein Zuhause.“

In der per Livestream von der ADL-Website gesendeten Keynote erklärte Tim Cook weiter, dass diese Ansicht schon seit langem von Apple vertreten werde, und machte auch keinen Hehl daraus, dass entsprechende Inhalte von Apple-Plattformen gelöscht werden. Apple, so Cook, scheue sich nicht zu sagen, dass die eigenen Werte entsprechende Kurationsentscheidungen nach sich ziehen würden. Das Team von MacRumors hat Auszüge der Rede veröffentlicht, die wir nachfolgend für euch übersetzt haben.

„Seit den ersten Tagen von iTunes bis heute zu Apple Music haben wir Musik mit Rassenideologie immer verboten. Warum? Weil es die richtige Entscheidung ist. Und wie wir dieses Jahr gezeigt haben, werden wir gewalttätigen Verschwörungstheoretikern im App Store keine Plattform bieten. Warum? Weil es die richtige Entscheidung ist.

Meine Freunde, wenn wir uns über moralische Fragen wie diese nicht einig werden können, haben wir große Probleme. Bei Apple haben wir keine Angst, dass unsere Werte unsere Kurationsentscheidungen bestimmen. Und warum sollten wir Angst haben? Das Richtige tun, Erlebnisse frei von Gewalt und Hass schaffen, Erlebnisse, die Kreativität und neue Ideen fördern, ist das, was unsere Kunden von uns erwarten. Technologien sollten sich um menschliche Aufmerksamkeit drehen. Es sollte um Optimismus gehen. Und wir glauben, dass die Zukunft denjenigen gehören sollte, die Technologien nutzen, um eine bessere, inklusivere und hoffnungsvollere Welt aufzubauen.

Schließlich gibt es in der Geschichte viele Beispiele dafür, was passieren kann, wenn diejenigen mit Macht und diejenigen, die ein gutes Urteilsvermögen haben sollten, stattdessen in die andere Richtung schauen. Ich glaube, das Allerheiligste, das jedem von uns gegeben wird, ist unser Urteil. Unsere Moral. Unser eigener angeborener Wunsch, Recht von Unrecht zu trennen. Die Entscheidung, diese Verantwortung in einem Moment der Prüfung aufzuheben, ist eine Sünde. Wir als Individuen haben die Fähigkeit, zu fühlen und zu handeln, und wir sollten sie auch nutzen.“

Leider ist der Livestream auf der Website der ADL nicht mehr verfügbar, allerdings gehen wir davon aus, dass das Video zu einem späteren Zeitpunkt als Stream wieder veröffentlicht wird. 

Foto: Macrumors.com.

Kommentare 8 Antworten

  1. Welche Apple-Plattformen sind denn gemeint?

    Ich finde es gut, dass Apple aktiv dagegen vorgehen möchte.
    Facebook kann man sich ja nicht mehr geben ^^

  2. „Seit den ersten Tagen von iTunes bis heute zu Apple Music haben wir Musik mit Rassenideologie immer verboten. Warum? Weil es die richtige Entscheidung ist.“

    Aber der ganze menschenverachtende Bullshit ala „Gangster-Rap“ ist in Ordnung?

  3. Nur gut, dass es kein soziales Netzwerk von Apple gibt, und diese großen Worte daher eigentlich eher stumpf bleiben.

    Apple ist doch generell als ziemlich „snowflakey“ bekannt, was Dinge wie den App Store betrifft, siehe das strikte Verbot von pornografischen Inhalten. Deswegen haben Pornos aber nicht aufgehört zu existieren, noch ist die Porno-Nutzung von Apple-Usern geringer. Etwas auszublenden sorgt nicht dafür, dass es nicht mehr existiert. Das werden auch die ganzen Löschprofis von FB, Twitter & co irgendwann begreifen. Probleme muss man an der Wurzel packen.

    Vor allem aber bin ich ein ü18 Jähriger mündiger Bürger – und als solcher entscheide ich selbst, was für mich zumutbar ist. Das hat weder ein Apple, Google noch sonst eine Firma für mich zu entscheiden. Relevant wird es nur bei klar illegalen Inhalten – aber auch da ist dann der Staat gefragt, und keine private Firma.

    Aber zum Glück gehört am Ende das Internet, trotz aller Monopole der digitalen Giganten, immer noch in der Mehrheit den freien Menschen dieser Welt.

      1. @Dumble: Und wenn dir mit dieser äußerst gastfreundlichen Einstellung nach und nach die Gäste wegbleiben, musst du deinen Gasthof zumachen.
        Klassischer Fall von „wer zuletzt lacht, lacht später“ 😉

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