Kohler Dekoda: Toilettenkamera misst Gesundheitszustand anhand des großen Geschäfts

Immer, wenn man denkt, man hat schon alles gesehen…

Kohler Dekoda ist an der Toilettenschüssel angebracht

Es gibt mittlerweile schon so einige außergewöhnliche bis fragliche Gadgets für iPhone und Co. auf dem Markt. Aber immer, wenn man denkt, man hat bereits alles gesehen, kommen Firmen aus der Versenkung und bieten smarte Produkte an, von denen man nicht glaubt, dass sie tatsächlich existieren.

Den neuesten Beitrag aus dieser Reihe trägt das Unternehmen Kohler bei, das Produkte für das Badezimmer herstellt. Mit dem Kohler Dekoda hat man nun ein mit dem iPhone zu verbindendes Gerät vorgestellt: Das Dekoda ist eine Toilettenkamera, die die Beschaffung, Farbe und weitere Faktoren des großen Geschäfts aufnimmt und daraus Schlüsse für die eigene Gesundheit zieht.


Die in der Kamera integrierten Sensoren zeigen auf die Toilettenschüssel und nehmen alles auf, was dort in der Keramik landet. Laut Hersteller ist Dekoda ein Gesundheitstracker, der die Darmgesundheit und den Flüssigkeitshaushalt überwachen sowie auch ausgeschiedenes Blut in der Toilettenschüssel erkennen kann.

Auf der Dekoda-Produktseite von Kohler spricht man offenbar etwas verschämt nicht darüber, dass es sich bei dem Produkt um eine Kamera handelt, die die Hinterlassenschaften der Nutzer und Nutzerinnen analysiert, sondern um „leistungsstarke Sensoren“, die Kohler zufolge „nur in die Toilette sehen und nirgends sonst“. Man habe über zehn Jahre Forschung betrieben und 1,2 Millionen Datenpunkte gesammelt, um das Gerät auf den Markt bringen zu können.

Kohler Dekoda ist an der Toilettenschüssel angebracht
Das Gerät lässt sich direkt am Rand der Toilettenschüssel anbringen.

Weiter heißt es dort:

„Dekoda analysiert drei wichtige Bereiche: Darmgesundheit, Flüssigkeitszufuhr und das Vorhandensein von Blut im Stuhl. Die Ergebnisse Ihrer Darmgesundheit lassen sich in drei Kategorien einteilen: normal, hart und weich. Ihr Flüssigkeitsstatus lässt sich in zwei Kategorien einteilen: ausreichend hydriert oder unterhydriert. Jede Sitzung liefert tiefere Einblicke in Ihre Gesundheit, die als Grundlage für gesunde Routinen dienen, und benachrichtigt Sie, wenn Blut im Stuhl festgestellt wird.“

Die auf diese Weise erlangten Daten werden durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und eine Fingerabdruck-Authentifizierung geschützt. Optional lässt sich ein Fingerabdruck-Scanner nutzen, der in der Nähe der Toilette angebracht werden kann. So kann verhindert werden, dass Dekoda die Hinterlassenschaften von Gästen scannt und analysiert, sondern quasi nur auf Fingerdruck Auswertungen vornimmt.

Geliefert wird Dekoda inklusive eines Ladeadapters und -kabel, sowie mit der gerade beschriebenen Fernbedienung mit Wandhalterung. Um das Gerät nutzen zu können, ist ein Abonnement namens „Kohler Health“ für die gleichnamige iPhone- und Android-App notwendig, das 6,99 USD/Monat für eine Einzelperson oder 12,99 USD/Monat für bis zu fünf Personen im Haushalt kostet. Auch Jahresabos für 70 bzw. 130 USD sind als Option vorhanden. Der Kohler Dekoda Tracker kostet 599 USD und kann ab sofort auf der Website des Herstellers vorbestellt werden.

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Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

Kommentare 12 Antworten

  1. Super Teil und jeden Cent wert! 👍
    Ich hab mir für 899,- noch die Kohler Darmsonde gekauft. Mit der kann man auf dem Örtchen auch noch die Darmflora untersuchen.

    1. Super 👍, Dir ist die Gesundheit echt was wert. Bei mir hat es nur für die Kamera gereicht, aber nach dem Geschäft hat sie röchelnd ihren Dienst versagt und das Abo automatisch zu sofort gekündigt.

  2. Man bekommt sogar Zinsen des Livestreams ausgezahlt, je nach Menge der Zuschauer 😉

    Aber im Ernst, natürlich ein wichtiges Feature für die ältere Bevölkerungsgruppe. Vorsorge und Kontrolle ist immer effizienter als später die Schäden aufzufangen. Besonders wenn es eine medizinische Zulassung erhält, könnten es auch Krankenhäuser statt ungenauen Abfragen/Umfragen verwenden.

    Ich wette in Japan gab es solche Funktionen schon seit nem Jahrzehnt 😄

  3. Analyse: Für Ihren Po ist die Wurst zu dick. Geht zu schwer raus. Bitte auch noch einen Schnüffelsensor. Geruch kann auch von der Norm abweichen.

    Wer zur Hölle kauft sich sowas!

  4. Withing püft über die Urinabgabe den Gesundheitszustand. Auch dort sind die Preise dafür happig. Wer es nicht nutzen will, muss es ja nicht einsetzen. Die Frage, ob solche Geräte sinnvoll sind, kann und darf ja jeder für sich entscheiden. Wenn ich es für sinnvoll erachten würde, wäre es mit egal, was andere dazu meinen.

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