Pocketalk Plus: Echtzeit-Übersetzer für 82 Sprachen ausprobiert

Inklusive Kameraerkennung und Sprachausgabe

Unsere Begeisterung für Gadgets macht auch dann nicht Halt, wenn sich die Geräte mal nicht per Bluetooth oder WLAN mit unseren Apple-Devices oder dem Smart Home verbinden. Ein solches völlig autark arbeitendes Gadget ist der Pocketalk Plus, ein mobiler Echtzeit-Übersetzer, der ganze 82 Sprachen aus der ganzen Welt beherrscht und inklusive einer Kamera zum Erkennen von Texten in fremden Sprachen sowie einer Sprachausgabe für übersetzte Inhalte daher kommt.

Die Geräte von Pocketalk eignen sich dabei vor allem für Vielreisende wie Globetrotter und Geschäftsreisende, können aber auch in verschiedensten anderen Bereichen zum Einsatz kommen. So ist beispielsweise eine Verwendung bei der Kommunikation mit Flüchtlingen, im Rettungsdienst, in Behörden oder Arztpraxen denkbar. Durch eine integrierte SIM-Karte, die automatisch beim Einrichten aktiviert wird, lässt sich der Pocketalk Plus über eine LTE-Datenverbindung zwei Jahre lang in 133 Ländern weltweit ohne weitere Kosten nutzen. Wer beispielsweise im Ausland auf Reisen ist, kann den Pocketalk Plus also auch ohne eine Einwahl in ein WLAN-Netzwerk verwenden. Nach den zwei Jahren kann man den Dienst für rund 50 USD/Jahr erwerben.


Trotz seines Zusatzes „Plus“ in der Modellbezeichnung ist der Pocketalk Plus erfreulicherweise klein und wiegt nur rund 125 Gramm. Wer ein noch kleineres Gerät wünscht, findet mit dem Pocketalk S ein nahezu identisch ausgestattetes Exemplar mit noch kleinerem Bildschirm. Mich erinnerte der Pocketalk Plus an ein frühes Android-Smartphone mit Touchscreen. Im Inneren werkelt jedoch moderne Technik: Neben Bluetooth 4.2 und WiFi 802.11a/b/g/n für 2.4/5GHz-Funknetze gibt es einen USB-C-Ladeanschluss, einen 1.550 mAh-Lithium-Ionen-Akku, einen Touchscreen mit einer Auflösung von 480×800 Pixel, 8GB ROM und 1GB RAM, eine 8 MP-Kameralinse samt Blitzlicht, Dual-Mikrofone mit Geräuschunterdrückung und Lautsprecher mit 3 Watt. Als Prozessor werkelt ein ARM Cortex 53 Quad-Core mit 1.3GHz und ein auf Android 8.1 basierendes benutzerdefiniertes Betriebssystem. Im Alltag soll der Pocketalk Plus für bis zu 330 Minuten kontinuierlicher Übersetzung sorgen, die Standby-Zeit beträgt etwa 190 Stunden.

Einfacher Übersetzungsprozess über einen einzigen Button

Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Übersetzungsgerät selbst auch ein etwa ein Meter langes USB-A-auf-USB-C-Ladekabel sowie eine kleine Anleitung in Papierform. Weiteres Zubehör wie eine Displayschutzfolie, eine Schutzhülle oder ein Backcase gibt es beim Kauf des Pocketalk Plus nicht, hier hat man den Webshop zu konsultieren und dort entsprechende Accessoires nachzukaufen. Die Einrichtung nach dem Auspacken ist dann aber simpel: Nach einem ersten Aufladen, der Wahl der Betriebssystem-Sprache und einem eventuellen Firmware-Update kann es direkt losgehen mit der Übersetzung.

Letztere funktioniert dann auch ganz einfach: Auf dem Display des Pocketalk müssen lediglich zwei Sprachen ausgewählt werden. Diese werden dann auf dem Display zusammen mit der Überetzungsrichtung angezeigt. Zum Übersetzen hält man dann den einzigen Button am unteren Bildschirmrand gedrückt, wartet, bis ein Startton ausgegeben wird, spricht den Text und lässt dann den Button los. Direkt danach dauert es wenige Sekunden, bis die Übersetzung in der zweiten Sprache angezeigt und auch vorgelesen wird. Für die Rückantwort des Gegenübers wechselt man dann einfach die Übersetzungsrichtung und führt die gleichen Schritte erneut durch.

Gute Qualität von bilateralen Übersetzungen

Ich habe in meinem kleinen Test mit dem Pocketalk Plus unter anderem mit niederländischen, englischen und auch finnischen Übersetzungen gearbeitet. Während sich für mich die beiden ersten beiden Sprachen schnell auf ihre Richtigkeit überprüfen ließen, verhielt es sich bei Finnisch schon schwieriger. Ich habe mit einem finnischen Freund aus Helsinki über den Pocketalk Plus kommuniziert, der mir eine gute Übersetzungsqualität, auch im Hinblick auf Wortwahl und Grammatik, für die finnischen Ergebnisse bescheinigte. Zu lange Sätze sollte man nicht formulieren: Das Gerät kann pro Übersetzung bis zu 30 Sekunden Redezeit übersetzen. Für einen mehrminütigen Vortrag oder Monolog eignet sich der Echtzeit-Übersetzer daher nicht.

Wichtig zu wissen: Der Pocketalk Plus unterstützt, wie oben bereits erwähnt, insgesamt 82 verschiedene Sprachen aus aller Welt. Für 61 Sprachen steht eine bilaterale Text- und Sprachausgabe bereit, für 21 Sprachen eine bilaterale Stimmen-zu-Text-Option, und bis zu 37 weitere obskure Sprachen eine einseitige Stimme-zu-Text-Übersetzung. Die im Pocketalk Plus integrierte Kamera erkennt und übersetzt 55 Sprachen. Solltet ihr euch für eine bestimmte Sprache interessieren, in die übersetzt werden soll, könnt ihr auf der Website von Pocketalk eine komplette Liste der unterstützten Sprachen und Länder abrufen.

Was mir bei dem kleinen Übersetzungsgerät wirklich gut gefällt: Die Bedienung funktioniert super einfach. Das auf Android basierende Betriebssystem ist übersichtlich, im Menü gibt es nicht sonderlich viele Einstellungen. Zudem kann man auf die zuletzt verwendeten Sprachen zurückgreifen und muss bei der Auswahl nicht immer durch die komplette Liste scrollen. Der Pocketalk Plus speichert darüber hinaus bis zu 10.000 getätigte Übersetzungen, so dass man vergangene Übersetzungen immer wieder in einer Zeitleiste nachsehen kann.

Kameraaufnahme, Umrechnungen und Gruppenübersetzung integriert

Auch die Übersetzungen per Kamera ist ein praktisches Feature, das gerade im Ausland auf Reisen eine deutliche Erleichterung bietet. So kann man im Handumdrehen Schilder, Speisekarten und andere geschriebene Texte übersetzen lassen. Die Kamera des Pocketalk Plus macht eine Aufnahme, und auf dem Touchscreen erscheint direkt über dem Bild der übersetzte Text zusammen mit einer optionalen Audioübersetzung. Auch dies funktionierte mit fremdsprachigen Texten bei meinen Tests sehr gut, allerdings ließ der Autofokus und die Bildqualität der 8 MP-Kameralinse gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen ohne zugeschalteten Blitz etwas zu wünschen übrig.

Als weitere kleine Extras hält der Pocketalk Plus im Menü auch eine Echtzeit-Umrechnung von Währungen, Längeneinheiten sowie Gewichts- und Temperaturangaben bereit, zudem gibt es eine Funktion zum Üben der Aussprache und eine Option der Gruppenübersetzung. Bei letzterer werden mehrere Pocketalk-Geräte in einer Gruppe organisiert, um dann im Chat-Format Gespräche führen zu können. Die Gespräche werden dabei in die von einem selbst ausgewählte Muttersprache übersetzt. In Ermangelung einer Gruppe mit weiteren Pocketalk-Geräten konnte ich dieses Feature leider nicht ausprobieren, war aber von der Möglichkeit sehr angetan.

Alles in allem bekommt man mit dem Pocketalk Plus ein Gerät, das einfach zu bedienen und vielseitig einsetzbar ist. Meiner Meinung nach eignet sich Pocketalk nicht nur für Reisende, sondern auch andere Personen, die oftmals in Kontakt mit Menschen sind, die nicht unbedingt Deutsch oder Englisch sprechen. Wie anfangs bereits erwähnt, könnte Pocketalk beispielsweise als kleiner Helfer im Gesundheitswesen, in der Gastronomie, bei der Flüchtlingshilfe, in Behörden oder einem Hotel zum Einsatz kommen – Möglichkeiten gibt es viele. Mit einem Preis von aktuell 299 Euro (Amazon-Link) ist der Pocketalk Plus definitiv keine günstige Anschaffung, jedoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass günstigere Lösungen keine kostenlose mobile Datenverbindung für über 130 Länder für zwei Jahre anbieten.

Pocketalk Plus - Echtzeit-Übersetzer mit Kamera und Sprachausgabe - Übersetzen in beide...
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Pocketalk Plus - Echtzeit-Übersetzer mit Kamera und Sprachausgabe - Übersetzen in beide...
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Kommentare 11 Antworten

  1. Elektroschrott… jeder hat heutzutage ein Smartphone auf dem sich Apps installieren lassen. Also meine Idee wäre dann, dafür Apps zu programmieren 🤔🤯 statt ein extra „Smartphone“ zu kaufen, welches nur „Übersetzer“ kann 🤷‍♂️

    1. … dann möchte ich dich mal sehen wie du mit deinem tollen Smartphone in den hintersten Ecken der Welt zurechtkommst und auch die Qualität und umständliche Bedienung der Übersetzer-Apps reicht meist nur aus für eine gelegentliche Nutzung.

  2. Solche Apps gibt es ja schon, mit dem Google Übersetzer kann man genau dasselbe machen, funktioniert auch einwandfrei. Ich habe beruflich oft mit ausländischen Servicetechnikern zu tun, mit deinem unterhalte ich mich dann immer mit der Google App, klappt einwandfrei und die Übersetzungen sind auch grammatikalisch korrekt, man braucht natürlich eine ständige Verbindung zum Internet. Vorausgesetzt man hat also genug Datenvolumen, ist man mit dem Google Übersetzer (die App ist ja gratis) deutlich günstiger.

  3. Ja der Google Translator ist tatsächlich für so einen Einsatzzweck ziemlich gut. Erschließt sich mir jetzt auch nicht ganz, warum ich mit Pocket Talk ein Extra Gerät mitschleppen sollte, dass auch noch verdammt teuer ist. Und mal ganz ehrlich – wer bitte braucht ständig 82 Sprachen? Ein Smartphone hat so ziemlich jeder und mit Google Translator ist eine kostenlose Alternative vorhanden die super funktioniert:-)

    1. Jepp und die meisten haben eh einen Mobilfunktarif mit Daten Volumen oder gar einer Daten Flat, da kann ich mir das Zusatzgerät sparen, ist zwar ganz interessant, aber wirklich brauchen tut man es nicht. Ist eher was für Personen die auch in Regionen einen Übersetzer brauchen der offline funktioniert, weil es dort kein Mobilfunknetz oder schlechten Empfang gibt.

        1. Geht wohl auch offline nicht. Liest man auf Amazon die Rezensionen und Beschreibung durch, wird tatsächlich der Server des Unternehmens angefunkt um dort zu übersetzen und an das Gadget zurückzuschicken. Verzögerungen sind an der Tagesordnung, langsame Software und teils Wartezeiten von mehreren Sekunden. Ohne Karte mit Tarif geht da auch nix. Kann man sich also komplett sparen😂

          1. Wenn das Teil noch nicht mal offline funktioniert kann man es sich wirklich schenken, dann kann ich mit entsprechenden Apps das gleiche erreichen ohne ein Vermögen auszugeben.

  4. Kurze Frage….
    Wo steht noch mal, dass das ein Werbeartikel ist?
    Denn ohne, dass es da einen finanziellen Anreiz gegeben hätte, hättet ihr doch nicht ehrlich so ein Ding getestet?
    Alles in allem ein schlechter Test……

    1. Ja finde ich auch. Das ist wohl eindeutig ein Werbeartikel (aber nicht gekennzeichnet). Und der Test ist … nun ja… echt schlecht. Ist es überhaupt ein Test oder war’s nur Copy & Paste aus der Werbebroschüre? Das Gerät kann man sich sowas von sparen.

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