Geocaching-Vergleichstest: So schlagen sich die Schatzsuche-Apps für iOS

Wir haben vier Geocaching-Apps ausprobiert

Geocaching – dieses Hobby muss man mittlerweile nicht mehr groß erklären. Oder vielleicht doch? Wenn man einen oder mehrere Menschen mitten im Unterholz herumschleichen sieht, bewaffnet mit einem GPS-Gerät oder Smartphone, wild Steine umdrehend und Efeu zur Seite schiebend, dann kann man kann man fast schon sicher sein, dass man einen Geocacher vor sich stehen, liegen oder hocken hat. Mit Hilfe von GPS-Satellitentechnik sucht man beim Geocaching nämlich winzig kleine, fingernagelgroße Mini-Döschen („Nanos“) bis hin zu richtig großen Truhen an entsprechend vermerkten Koordinaten. Oft sind diese besonders gut versteckt, damit Nicht-Geocacher, auch gern in Harry Potter-Reminiszenz als „Muggel“ bezeichnet, nicht darauf aufmerksam werden. 

Mittlerweile hält das Projekt von Groundspeak, das im Jahr 2000 mit dem ersten versteckten Geocache in den USA startete, im Jahr 2019 mehr als drei Millionen Geocaches in nahezu jedem Land dieser Welt für die GPS-basierte Suche bereit. Wer ein iPhone besitzt, kann dank verschiedener Apps ebenfalls schnell zum Suchenden werden. Vielleicht gibt es ja sogar einen Cache direkt bei euch um die Ecke – und ihr wusstet bisher nichts davon? Wir stellen daher insgesamt vier bekannte Geocaching-Apps für iOS vor, die von uns auch im Feldeinsatz ausprobiert worden sind, und legen abschließend eine eigene Rangliste fest. 

Geocaching von Groundspeak: Der Standard (App Store-Link, kostenlos)
Wer mit dem Geocachen anfangen will, landet zumeist bei der offiziellen Geocaching-App des Betreibers Groundspeak. Der Download der App ist kostenlos, benötigt iOS 10.0 oder neuer sowie 118 MB an freiem Speicherplatz und lässt sich auch in deutscher Sprache verwenden. Für Geocacher, die keinen kostenpflichtigen Premium-Account bei Geocaching haben, bietet diese App zwar einen ersten guten Einstieg, allerdings auch die wenigsten verfügbaren Caches, die ohne Premium-Account gefunden werden können. Alle Basis-Funktionen sind vorhanden: Eine Suche nach Ort, GeoTour oder GC-Code, die Beschreibung des Caches mit allen relevanten Infos wie Schwierigkeitsgrad und Größe, Einsicht ins Benutzerprofil, Zugriff auf Nachrichten und (Online-)Listen, eine Live-Kartenansicht, Suche nach Trackables und die Möglichkeit, gefundene Geocaches oder Trackables zu loggen – und das auch mit angehängten Fotos.

Die offizielle Geocaching-App ist quasi der Standard unter den Caching-Anwendungen für iOS. Sie macht ihren Job gut, ist übersichtlich und verfügt über die wichtigsten Funktionen, die man als Cacher für den Einstieg braucht. Allerdings wird hier wirklich nur der Cacher einigermaßen glücklich, der einen Premium-Account sein Eigen nennt. Hochwertige Offline-Karten für das Cachen an entlegenen Orten gibt es hier nur für zahlende Mitglieder mit Abo – und das auch nur für die Umgebung der Caches, die man in einer Liste gesichert hat. Bundesländer- oder ganze Länderkarten auf einmal laden ist bisher noch nicht möglich. Auch Offline-Listen mit vorab heruntergeladenen Infos, Hinweisen, Beschreibungen und Bildern sucht man hier vergeblich. Beim Aufrufen eines Caches lassen sich Fotos aus den Logs der Finder nicht direkt aufrufen – die allerdings bei der Suche häufig einige praktische Hinweise bieten können. Hier muss man umständlich durch die Logs browsen. Die Navigation selbst ist auch eher rudimentär und bietet keine Möglichkeiten, den Kartenausschnitt beim näher kommen oder den Zoomfaktor anzupassen. Auch das Einnorden der Karte unterstützt die Geocaching-App nicht, aber immerhin gibt es einen Kompass zur Navigation, der zusätzlich verwendet werden kann. Fazit: Für Anfänger und Neueinsteiger okay – wer mehr will, sollte zu Alternativen greifen.

Cachly von Zed Said Studio: Die Vielseitige (App Store-Link, 5,49 Euro)
Eine dieser Alternativen ist Cachly, eine Drittanbieter-App, die für 5,49 Euro im App Store erhältlich ist. Die Anwendung kann als Universal-App praktischerweise auch auf dem iPad installiert werden, ist 90 MB groß, erfordert iOS 10.0 oder neuer, und lässt sich in deutscher Sprache verwenden. Wer dauerhaft hochwertige Offline-Karten mit zusätzlichen Gebäude-Markierungen und kleinen Fußwegen nutzen möchte, zahlt per In-App-Kauf einmalig mindestens 3,49 Euro, und kann dann weltweites Kartenmaterial laden und in den Karten-Optionen auswählen. Alternativ stehen auch noch onlinebasierte Apple- und Google-Karten inklusive Satellitenansicht, Open Maps, ARC GIS (Satellit/Topo) und Ordnance Survey (GB, Street View) bereit. Neben Online-Listen können in Cachly auch Offline-Listen mit allen Infos, Logs und Fotos erstellt werden – was vor allem dann deutlich von Vorteil ist, wenn man eine Caching-Tour plant und weiß, dass das mobile Internet dort nicht besonders gut sein wird. 

Ich nutze Cachly nun schon seit einiger Zeit zum Geocachen und bin mit dieser Anwendung absolut zufrieden. Die Live-Kartenansicht lädt schnell, vor allem dann, wenn man bereits Offline-Material eines Bundeslands heruntergeladen hat. Die Cache-Symbole auf der Karte wie auch die Darstellung in Listen ist übersichtlich, zusätzlich gibt es erweiterte Optionen wie das Bewerten von Logeinträgen, einen Import von GPX-Dateien aus externen Quellen, blaue Smilies für DNF-Caches, Templates für Logeinträge, einen Download von Pocket Queries für die Offline-Nutzung, einen eigenen Trackable-Bereich und das Ablegen von mehreren Trackables auf einmal. Auch die Navigation zum Cache ist gut gelöst und bietet mehrere Möglichkeiten der Darstellung, beispielsweise mit zentriertem aktuellen Standort und der Verhinderung der Kartenrotation. Besonders praktisch für Rätsel-Cache-Fans ist das Feature, sich zu errechneten Koordinaten direkt in der App navigieren zu lassen, wenn man diese in den Notizen des Caches aufschreibt. Cachly erkennt automatisch, dass es sich um Koordinaten handelt und bietet beim Antippen dieser an, den Nutzer dorthin zu navigieren. Die in Cachly angelegten Notizen zu einem Cache werden übrigens auch in der Webansicht von Geocaching.com angezeigt. Fazit: Fortgeschrittene Geocacher und Offline-Liebhaber werden hier bestens bedient. 

Cachebot von Thomas Cyron: Die Hübsche (App Store-Link, 4,49 Euro)
Noch eine weitere, und wohl die jüngste Drittanbieter-App zum Geocachen, ist Cachebot. Die iPhone-App kostet 4,49 Euro und wurde erst vor einigen Monaten im App Store veröffentlicht. Der Download ist nur etwa 19 MB groß und benötigt iOS 12.0 oder neuer. Auch hier gibt es bereits eine vollständige deutsche Lokalisierung, auf weitere In-App-Käufe oder Abonnements wird von Seiten des Entwicklers verzichtet. Neben einer Live-Kartenansicht gibt es auch eine sortier- und filterbare Listenansicht für Caches, eine ausführliche Detailbeschreibung des Caches mit Logs, Wegpunkten und Attributen und die Anzeige des eigenen Profils. 

Wohl eine der großen Pluspunkte von Cachebot ist das großartige Design, das mich bei meiner ersten Begutachtung auch sofort angesprochen hat. Die App sieht aus, als wäre sie direkt in Cupertino von Apple entworfen worden: Minimalistisch, klare Struktur, modernes und übersichtliches Layout. Die Navigation zu einem Cache erfolgt wie bei den bisherigen Apps über eine Luftlinien-Funktion samt Richtung und Entfernungsmessung. Zur Auswahl steht hier als Kartenmaterial Apple-, Google- und OpenStreetMaps, allerdings ohne Option für Offline-Downloads. Im schlimmsten Fall steht man also in der Pampa ohne mobile Internetverbindung und sieht leider nur einen weißen Bildschirm vor sich. Auch Offline-Listen lassen sich bisher noch nicht einrichten. Als einzige der hier vorgestellten Caching-Apps hält Cachebot allerdings eine kleine Auswahl an nützlichen Tools bereit, darunter einen Buchstaben-Wortwert-Rechner. Letzterer ist oft für Rätsel-Caches ein praktisches Werkzeug. Kleines Manko ist auch hier die fehlende Möglichkeit, die Bildergalerie des Caches für weitere Hinweise anzeigen zu können. Fazit: Toll designte, übersichtliche App mit Verbesserungspotential, vor allem im Offline- und Kartenbereich. 

Looking4Cache Pro von Looking4Cache UG: Die Professionelle (App Store-Link, 6,99 Euro)
Als letzte App im Bunde kommt Looking4Cache Pro zur Sprache, eine schon lange im App Store vertretene Drittanbieter-Anwendung fürs Geocachen. Der Preis beträgt einmalig 6,99 Euro, für weitere 1,99 Euro lassen sich Hillshades freischalten, ein GSAK Import ist für 2,99 Euro als Zukauf erhältlich. Für die Einrichtung wird iOS 9.0 oder neuer sowie etwa 64 MB an freiem Speicherplatz benötigt, eine deutsche Lokalisierung ist auch bereits mit an Bord. Wie alle bereits vorgestellten Vorgänger bietet auch Looking4Cache Pro einen Zugang zur Geocaching-API und hält damit die wichtigsten Features des Schatzsuche-Dienstes bereit: Eine Karten- oder Listenansicht mit Geocaches aus der näheren Umgebung oder für einen gewählten Ort, eine Detailansicht des Caches mit Attributen, Beschreibung, Hinweisen und Logeinträgen, mehrere Kartenoptionen und das Loggen von gefundenen Caches. 

Looking4Cache Pro heißt auch nicht umsonst so – die Anwendung ist wohl die, auf die die meisten Profi-Cacher setzen werden, denn sonst keine meiner ausprobierten Anwendungen bietet so viele Optionen und Zusatzfeatures wie diese hier. Pocket Queries laden, Import von GPX-Dateien, Offline Topo Vector-Karten, gleichzeitige Logs für mehrere Benutzer, Logvorlagen, das Loggen von Travelbugs, zahlreiche Suchfilter und Sortierungen, Erstellen und Versenden von GPX-Dateien, eine Verknüpfung von Telefonbuch-Kontakten (falls man mal einen Telefonjoker bei der Suche benötigt), individuelle Farbschemata und Designs, einen Annäherungsalarm bei der Cache-Suche, individuelle Online-Karten über URL-Konfiguration und vieles mehr. Leider führen aber eben auch diese zahlreichen Features dazu, dass die App mehr als nur überfrachtet und unübersichtlich wirkt. Hier heißt es nicht, Downloaden, Öffnen, Losgehen – man muss sich erst einmal mit den vielen und oft zu kleinen Buttons und Icons vertraut machen, kann einige Untermenüs öffnen und bekommt so viele Suchoptionen, dass man schnell überfordert ist. Ich konnte mich bei meinen Tests mit Looking4Cache zudem mit den zu klein geratenen Cache-Icons auf der Karte sowie dem nur trägen Kartenaufbau im Online-Modus absolut nicht anfreunden, so dass ich oft frustriert wieder zu einer der drei anderen Apps gewechselt bin. Fazit: Nur für Profi-Cacher geeignet, die genügend Zeit zur Einarbeitung mitbringen.

Unser Fazit fällt eindeutig aus

Nach der Vorstellung der insgesamt vier hier präsentierten Anwendungen – Geocaching, Cachly, Cachebot und Looking4Cache Pro – ist nach wochenlanger Nutzung auf Caching-Touren eine eigene Favoriten-Reihenfolge entstanden. Diese ist natürlich äußerst subjektiv und muss sich nicht zwangsläufig mit euren bisherigen App-Erfahrungen in diesem Bereich decken. Als klarer Testsieger erwies sich nach meinen Erfahrungen Cachly, da die Anwendung Funktionalität und ein übersichtliches, modernes Design mit zahlreichen Zusatzfeatures wie Offline-Karten und -Listen vereint. An zweiter Stelle würde ich derzeit die offizielle Geocaching-App von Groundspeak sehen: Sie bietet für Anfänger und fortgeschrittene Cacher die notwendigen Funktionen in einem durchdachten und übersichtlichen Layout. Wenn die drittplatzierte App Cachebot vor allem hinsichtlich der Feature-Liste noch etwas nacharbeitet – insbesondere, was Offline-Karten und -Listen angeht – könnte die mit viel Potential und einem tollen Design versehene App bald den zweiten oder gar ersten Platz inne haben. Auf dem letzten Platz landet in meinem Fall leider der Dino der Caching-Apps, Looking4Cache Pro: Ein überfrachtetes und unübersichtliches Layout, das eine Modernisierung notwendig hat, ist im Caching-Alltag zumindest für mich nicht hilfreich. Und da die richtige App sehr viel zu einem gelungenen Caching-Abenteuer beiträgt, werde ich wohl auch in Zukunft bis auf weiteres erst einmal Cachly die Treue schwören.

Wie sieht es bei euch aus, welche Geocaching-Apps verwendet ihr bei der GPS-Schatzsuche? Oder nutzt ihr ein eigenes GPS-Gerät? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Cachen per iPhone und den entsprechenden Apps gemacht? Gibt es weitere Empfehlungen, die wir uns ansehen sollten? Wir sind gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem spannenden Thema.

‎Geocaching®
‎Geocaching®
Entwickler: Groundspeak Inc.
Preis: Kostenlos+
‎Cachly - Geocaching
‎Cachly - Geocaching
Entwickler: Zed Said Studio LLC
Preis: 5,49 €+

Kommentare 8 Antworten

  1. Ich nutze Looking4Cache schon seit Jahren und es für mich die beste App. Es hat eine Möglichkeit sich bei Annäherung per Pushnachricht benachrichtigen zu lassen. Das ist glaube ich ein Alleinstellungsmerkmal und für mich sehr sinnvoll. Auch das man mehrere User verwalten kann. So kann ich auch den Account von meinem Sohn mit verwalten und das loggen wird dadurch einfacher. Eine App die in der Cache-Karte mit den Weg gleich anzeigt, das würde ich mir noch wünschen, oder auch einen automatischen Darkmode, welcher gerade bei NCs sehr angenehm sein kann.

  2. Nutze überwiegend L4C, ab u. zu Cachly. Speziell für Multis nutze ich GC Buddy und natürlich ein GPSr, das Garmin Oregon 600.
    Aso, für Wherigo die App fürs iPhone, schade, dass diese Spielart nicht mehr von Garmin unterstützt wird, außer ein paar ältere Geräte (Oregon 300, Colorade). Aber dazu müsste GC u. Garmin wieder „reden“.

  3. Naja, die Frage ob man normalerweise mit GPS cached stellt sich hoffentlich nicht 😂 aber Cachly ist eine super Alternative, vor allem nebenbei zu loggen (was ich dringend mal tun müsste 🤔)

  4. Cache seit 2 1/2 Jahren und davon 1 1/2 Jahre mit der Groundspeak und Cachly App. Mittlerweile bin ich aber auf ein Garmin Oregon 700 umgestiegen. Ist für den Outdooreinsatz einfach besser geeignet als ein iPhone. Nutze aber parallel natürlich noch die Apps um Logeinträge, Spoilerbilder usw. unterwegs zu lesen. Da ich im Außendienst arbeite nutze ich da unterwegs natürlich gerne die Apps um den ein oder anderen Drive-In zu finden. Da finde ich die Navigationsmöglichkeit mit Google Maps in der Groundspeak super praktisch.

  5. ich nutz hauptsächlich Cachly und bin soweit zufrieden … problematisch wird’s erst, wenn man Online unterwegs ist, irgendwo kein Netz hat und bspw. nem Multi einen persönlichen Wegpunkt anlegen muss … geht nich, weil der immer online erstellt werden will, und das geht nicht ohne Netz … bereits 2 oder 3 mal passiert beim SpontanCaching
    somit fehlt da eine Möglichkeit Koordinaten direkt einzugeben und drauf hin zu steuern

    CacheBot kann das, aber es fehlen halt die Offlinekarten …
    von CacheBot gab’s auch eine deutlich frühere Version die noch vor Cachly verfügbar war, weiß aber deren Haken nimmer …

    L4C hab ich mir nie die Mühe gemacht mich mal wirklich rein zu fuchsen … obwohl’s das dank dem enormen Umfang definitiv verdient hätt … aber wie Mel schreibt, Intuitiv is da gar nix …

    die Groundspeak App hatte ich damals noch für ordentlich Geld (ich meine 6,99€) gekauft, bin aber nie damit warm geworden … warum auch immer

  6. Die Groundspeak App unterstützt meiner Meinung nach schon sehr viele Dinge.
    Als Premiummember kann man auch die interessanten Caches machen, die nicht direkt zerstört werden. Allein deswegen ist es sinnvoll die 30€ auszugeben. Es gibt dann auch Push Nachrichten für neue Caches in deiner Region (FTFs :-)) und offline Karten, die wirklich detailliert sind.
    Außerdem können Cache-Listen erstellt und vorab heruntergeladen werden.
    Hier ist es auch offline möglich, eigene Wegpunkte hinzuzufügen oder Logs zu schreiben, die dann später im WLAN wieder hochgeladen werden können.

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