Paddle: Zahlungsplattform will In-App-Käufe außerhalb des App Stores anbieten

Start soll am 7. Dezember 2021 erfolgen

Das Urteil im Gerichtsstreit zwischen Epic Games und Apple soll es ermöglichen, dass auch andere Anbieter als Apple Geld in Apps einziehen können. Der Zahlungsdienstleister Paddle hat nun auf der eigenen Website angekündigt, ein eigenes Zahlungssystem anzubieten, das die Provisionen von Apple mit eigenen Tarifen deutlich unterbieten will. Interessierten Entwicklerteams bietet man schon jetzt eine Warteliste an, später soll dann eine API für eine direkte Integration in iOS-Apps erfolgen.

Der Service wird von Paddle, einem Finanz-StartUp, das vor allem bei Shareware-Anbietern und Content-Verkäufern hoch im Kurs steht und eine einfach zu implementierende Payment-Technik bietet, bisher noch simpel als „Paddle In-App Purchase“ betitelt. Die aktuelle API wirkt allerdings noch nicht ganz elegant: User werden in ein Browser-Fenster weitergeleitet und Zahlungen nicht wie bei Apple direkt innerhalb der App abgewickelt.


Nichtsdestotrotz dürfte das Angebot von Paddle durchaus für Begeisterung sorgen. Für Einkäufe unter 10 US-Dollar verlangt der Zahlungsdienstleister lediglich 10 Prozent Provision. Apple hingegen verlangt in den meisten Fällen satte 30 Prozent Anteil, nur bei kleinen Anbietern werden 15 Prozent fällig. Bei größeren Beträgen will Paddle sogar nur 5 Prozent des Umsatzes verlangen sowie eine Transaktionsgebühr von 50 US-Cent.

Preise bei Paddle sollen sich individuell festlegen lassen

Zusätzlich zu den niedrigeren Gebühren will Paddle den beteiligten Usern weitere Vorteile schmackhaft machen, darunter einen direkten Zugriff auf Kundendaten inklusive E-Mail-Adressen. Apple blockiert diese direkte Kundenbeziehung weitgehend. Paddle will weiterhin ein direktes Rückzahlungs-Management, eine verbesserte Abofunktion inklusive Pausieren sowie eine Aktualisierung von Bezahlmethoden anbieten. Darüber hinaus sollen sich Preise individuell festlegen lassen – anders als bei Apple, wo vorgefertigte Preisgruppen zu nutzen sind.

Es bleibt abzuwarten, ob Paddles neuer Vorstoß wirklich am 7. Dezember dieses Jahres an den Start gehen wird. Die Zahlungsplattform sieht sich rechtlich auf der sicheren Seite, allerdings könnte Apple Apps, die Paddles Zahlungssystem verwenden, aus dem App Store werfen. Zudem laufen derzeit noch verschiedene Verfahren, darunter Untersuchungen von Wettbewerbsbehörden in der EU, gegen Apple. Unklar ist auch, ob Paddle zunächst nur in den USA oder auch in anderen Ländern angeboten werden soll.

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Kommentare 4 Antworten

  1. Klasse, um dann in Zukunft Apps mit Abo nutzen zu können muss man wahrscheinlich bei diversen „Zahlungsabwicklern“ einen Account erstellen und dort seine Bank- oder Kreditkartendaten hinterlegen.

  2. Jup. Mist Idee und wirklich ein gefährlicher Schritt (im Bezug auf die Daten).
    Okay, wir wollen Wettbewerb und jetzt bekommen wir ihn. Das ist eben die Kehrseite der Medaille.
    Ist so ähnlich wie Sky und Co. Monopol wird aufgehoben. Die Rechtevergabe-Träger sind kreativ und an das Kartellamt gebunden und Zack haben wir Wettbewerb. Wahnsinn. Um das gleiche zu bekommen müssen wir jetzt mindestens 2-3 Accounts abschließen. Also ein wirklicher Vorteil für uns 😉

    So ist es hier dann auch. Wir werden für jeden Mist der Zahlungen Accounts anlegen müssen. 👏

    BTW – Wettbewerb regelt nicht alles. Es gibt auch genug Messenger und WA ist mittlerweile so groß, dass der Wettbewerb nicht mehr ernsthaft stattfindet, weil wir schon zu große Player haben.
    Daher würde ich mir trotz des Wettbewerbs etwas Regulierung wünschen, also Apple gewisse Regeln zugestehen, als Store Inhaber.

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