PocketCAS: Grafischer Taschenrechner für OS X und iOS ist derzeit vergünstigt erhältlich

In der Oberstufe und im Mathematikstudium kommen komplexe TI-89-Taschenrechner zum Einsatz. PocketCAS wartet mit einer ähnlichen Funktionalität auf.

PocketCAS

PocketCAS ist sowohl in einer OS X-Version (Mac App Store-Link), als auch in einer iOS-App für iPhone und iPad (App Store-Link), erhältlich. Aktuell bieten die Entwickler Thomas Osthege und Daniel Alm ihre Anwendungen bedingt durch einen Update-Sale sogar zu einem vergünstigten Preis an. Wurde für die Mac-App sonst 14,99 Euro fällig, zahlt man derzeit nur 9,99 Euro. Auch die iOS-Variante ist von 9,99 Euro auf 4,99 Euro reduziert. Beide Applikationen können übrigens in deutscher Sprache genutzt werden.


Wie eingangs schon erwähnt, sind die PocketCAS-Apps mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die bekannten TI-89-Taschenrechner, die es für höhere Mathematik benötigt. „PocketCAS ist die fortschrittlichste Mathematik-Anwendung im App Store“, so schreiben die beiden Entwickler über ihre iOS-Version im App Store. „PocketCAS löst Aufgabenstellungen von Grundschul-Mathematik bis hin zu Analysis, Algebra und Statistik. Es ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für Schüler, Studenten, Lehrer und Ingenieure.“

Neben den Grundrechenarten beherrscht die App auch 2D- und 3D-Plots, sowie verschiedene Spielarten der Analysis mit Grenzwerten, Ableitungen, Integrale und Taylor-Entwicklungen. In der linearen Algebra können unter anderem Matrizen invertiert und multipliziert sowie Determinanten und Eigenwerte berechnet werden, im Bereich der Algebra lassen sich Ganzzahlen oder Polynome faktorisieren sowie Polynomdivisionen und Permutationen durchführen.

Update für PocketCAS mit über 300 Code-Änderungen

Darüber hinaus kann PocketCAS nahezu jede Gleichung lösen, inklusive Gleichungssystemen und Differentialgleichungen, und verfügt über eine eigene Skript-Programmiersprache, mit der sich beispielsweise individuelle Funktionen definieren oder if-else-Blöcke und Schleifen verwenden lassen. Dank einer iCloud-Anbindung werden Dokumente zwischen Mac, iPhone und iPad immer auf dem neuesten Stand gehalten, und eine Export-Funktion erlaubt das Ausdrucken oder Sichern als PDF von Plots, Einträgen oder ganzen Dokumenten.

Mit dem kürzlich in beiden App Stores veröffentlichten Updates auf Version 3.8 von PocketCAS haben die beiden Developer zahlreiche Verbesserungen und Fehlerbehebungen auf den Weg gebracht. So gibt es laut eigener Aussage „eines der größten Updates […] mit über 300 Änderungen an der Codebasis“, beispielsweise eine Unterstützung für das Split-Screen-Multitasking auf dem iPad sowie einen Support für das iPad Pro, einen CSV- und Variablen-Import, Unterordner für Dokumente, eine Möglichkeit zur Verkettung von Einträgen sowie ein verbessertes 3D-Plot-Tutorial. Gerade zum aktuell vergünstigten Preis sollten sich Mathematiker und Schüler diese hilfreichen Apps nicht entgehen lassen.

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Kommentare 10 Antworten

  1. Wer ein technisches Fach oder die Geisteswissenschaft Mathematik studiert, dem empfehle ich die App Wolframalpha. Ist soweit ich weiß viel günstiger (hatte ich vor langem gekauft und laut Mobilgerät konnte ich nur per Suchmaschine den vermutlich aktuellen Preis feststellen – knapp 4,50€) und ist vom selben Hersteller wie Mathematica. Deshalb ist diese Version ähnlich zu Mathematica. Es ist zwar ähnlich zur Webversion wolframalpha.com , aber sie beinhaltet auch detailliertere Rechenschritte und ist wegen Mathematica ein zuverlässiges Programm für jegliche Rechnungen mit Limes, Ableitungen, Integrationen, Tensoren jeglicher Dimension (Skalaren, Vektoren, Matrizen …) und natürlich mehr. Dieses Programm sieht laut Screenshots zwar in Ordnung aus, aber ob es für ein MINT-Studienfach hinreichend komplex ist und alle benötigten Rechnungen durchführen kann, bezweifle ich. Und falls für Klausuren oder Prüfungen gewisse Taschenrechner (ohne Memory-Funktion) verlangt werden, darf man Smartphones sowieso nicht nutzen.

    Übrigens: Dort braucht man nicht z.B. das π-Symbol für die Konstante, sondern dort schreibt man einfach pi.

    1. Darf man bei WolframAlpha (WA) auch nicht. Zudem funktioniert WA nur mit Internetverbindung. Der Vorteil von WA liegt darin, dass die Eingabe auch interpretiert wird und man keine Probleme bekommt, wenn man noch kurz zuvor mit MATLAB oder Maple gearbeitet hat. Ansonsten habe ich auch schon seit Jahren PocketCAS und es ist, wie der Name schon sagt, in erster Linie ein Computer Algebra System. Also vornehmlich zum symbolischen Rechnen, nicht aber, zur schnellen Bestimmung einer Lösung großer LGS. Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass sämtliche geschlossen Lösbaren DGLn implementiert sind. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, was ein Ingenieur für mathematische Ansprüche an eine Mathematik-Software hätte. Am besten nutzt man beide Programme parallel.

      1. Update: Jetzt fällt mir ein, warum es aus deiner Sicht evtl. unverständlich ist, warum Naturwissenschaftler oder Techniker Programme von Mathematikern als praktische Utensilien nutzen. Z.B. in Physik lernt man am Anfang des Studiums, dass das Separieren von Variablen möglich ist. Dies lernt man auch als Student anderer Studienfächer mit dem Anwendungsfach oder Nebenfach Physik. Vielleicht etwas speziell bei meiner Uni war, dass es keine speziellen Mathematik oder Physik Vorlesungen gab für Informatiker, sondern ich musste eigentlich das komplette Grundstudium der Mathematiker und Physiker mit absolvieren (was aber auch alle anderen Studenten an dieser Uni auch tun mussten – deshalb liegt anscheinend dort die Quote der Abbrecher bei 70%). Ein Mathematikstudent würde dafür die Physikstudenten in den ersten Semestern köpfen. Erst in der weiteren Verlauf des Studiums lernt man später den Beweis, dass man die Variable separieren darf. Also, die Anwendungen, die Mathematiker lernen, lernen zum Großteil auch Naturwissenschaftler oder manche Techniker. Mathematiker lernen und üben noch zusätzlich deutlich mehr Beweise. In den praktisch gesinnten Fächern wie Physik, Ingenieurwesen, Maschinenbau und ähnlichem lässt man dies zum Großteil weg. Denn man lernt ja auch für das eigene Hauptstudium, was nicht Mathe ist, sondern Physik etc. … Informatiker müssen auch gewisse Beweistechniken lernen, um bei Algorithmen die Kondition ermitteln zu können, oder ob dieser stabil ist, und welche Störungen in welchem Ausmaß im erzeugten Algorithmus auftreten können. Letzteres lernen auch Mathematiker, falls sie als Anwendungsfach Informatik wählen. Es gibt somit (natürlich) Überschneidungen in den Fächern, weshalb es nicht verwunderlich sein sollte, dass Mathematikprogramme nicht nur von Mathematikern genutzt werden.

        Was darf man bei WA auch nicht? Ich kann sowohl im Web als auch in der App einfach pi schreiben und muss nicht ein Symbol verwenden (was vermutlich sowieso nicht geht).

        Ich weiß, dass WA zuverlässig ist. Dass PocketCAS auch zuverlässig ist, wusste ich nicht. Da ich bei Reg mehr Vertrauen habe, glaube ich ihm, dass die Empfehlung ernstgemeint ist.

        Wenn es um Datenschutz geht, ist PocketCAS auf jeden Fall besser als WA, weil es die Berechnungen Offline durchführt. Dann ist es egal, ob WA leistungsfähiger ist. Da es Reg empfiehlt, vermute ich, dass es zuverlässig ist. Bei dir habe ich leider noch keinen Überblick, wo du in was vermutlich tätig bist und was dein Wissen ist und wie objektiv oder subjektiv dein Wissen ist. Aufgrund der korrelierenden Aussage mit Reg vermute ich, dass deine Aussage objektiv ist. Professioneller würde man z.B. sonst Mathematica nutzen. Alternativ sollte man auch etwas andere wie Maple verwenden, um die Ergebnisse etwas zu verifizieren, ohne aufwendig beweisen zu müssen, was unter Umständen nicht möglich ist oder zu zeitaufwendig wäre.

        Je nach Spezialisierung als Ingenieur, erwirbt in Physik zumindest Grundkenntnisse. Dies geschieht vor allem, falls man dies als Nebenfach oder Anwendungsfach wählt. In Informatik musste ich somit mit DGLs und Tensoren unterschiedlicher Dimensionen (oft maximal 3, falls nicht die Zeit als 4. Dimension gewählt wird). Dies war in theoretischer Physik so. In experimenteller Physik kommt dies kaum vor. Mathematik ist ein elementarer Bestandteil in den Naturwissenschaften, weshalb es in der Naturwissenschaft oft „missbraucht“ wird, obwohl es nur eine Geisteswissenschaft ist.

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