Die Älteren von euch werden sich sicherlich noch an Winamp erinnern, einst der unangefochtene König der MP3-Player, und so gut wie auf jedem Rechner präsent. Nun plant Winamp ein Comeback und setzt dabei auf eine ungewöhnliche Partnerschaft.
Wie die Unternehmen am Mittwoch bekannt gegeben haben, liefert der französische Streaming-Dienst Deezer die technische Basis für Winamps neuen Premium-Musik-Abonnementdienst. Der Clou: Winamp soll dabei treu zu seinem Markenauftritt bleiben und verspricht ein „völlig neues Erlebnis“ abseits der klassischen Streaming-Plattformen.
Geplant ist der Start des neuen Winamp-Players in der ersten Hälfte des Jahres 2027. Der Dienst soll nicht nur Deezer-Streaming integrieren, sondern auch lokale Musikbibliotheken, Internetradio, Podcasts und Cloud-Sammlungen unter einem Dach vereinen. Winamp betont besonders die Personalisierung: Anpassbare Oberflächen, soziale Funktionen und Tools zum Entdecken und Organisieren von Musik sollen den Unterschied machen. Gerade die anpassbaren Interfaces dürften bei vielen Winamp-Fans die Augen leuchten lassen: Damals gab es Unmengen an herunterladbaren Skins, um das Layout des Musikplayers verändern und individualisieren zu können.
Winamps wechselvolle Geschichte

Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der Retro-Technologie wieder im Trend liegt. Von Kassetten über MP3-Player bis hin zu Schallplatten: Viele Nutzer und Nutzerinnen sehnen sich nach dem Charme vergangener Musik-Erlebnisse. Winamp hofft, genau diese Zielgruppe mit einer Mischung aus Nostalgie und modernem Streaming zu begeistern. Immerhin: Der kostenlose Desktop-Player wird laut Unternehmen noch immer von über 40 Millionen Usern aktiv genutzt.
Der Player hat im Laufe der Jahre mehrere Wandlungen durchlaufen. Während des Web3-Hypes experimentierte Winamp mit NFT-Integration, die es ermöglichte, musikbezogene NFTs mit dem Player zu verknüpfen. Früher gab es Pläne, Winamp zu einer plattformübergreifenden Mobile-App auszubauen. Zuletzt konzentrierte sich das Unternehmen jedoch auf die Unterstützung von Musikschaffenden, etwa durch Monetarisierungs- und Fan-Engagement-Tools.
Doch die große Frage bleibt: Wird sich Winamp in einem Markt durchsetzen, der bereits von Spotify, Apple Music und YouTube Music dominiert wird? Die Konkurrenz ist hart, und viele User sind bereits an ihre bestehenden Abos gebunden. Winamp setzt darauf, dass sein Kultstatus und die Treue der alten Fangemeinde den Unterschied machen könnten. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, wenn Winamp 2027 wieder an den Start geht.

Ich erinnere mich noch an Winamp. Dass das heute unter „die Älteren werden sich erinnern“ läuft, möchte ich allerdings entschieden bestreiten.
Auch wenn ich beim Auswählen meines Geburtsjahres inzwischen gefühlt bis in die Steinzeit scrollen muss. Ich nenne das nicht alt, sondern historische Fachkenntnis. 😉
👊
Muss man extra ein Abo abschließen oder reicht es ein normales Deezer Abo zu haben?
Dann hat es sich für mich gelohnt, jahrelang bei Deezer ein Abo zu haben.
Denn die anderen Dienste haben mir nicht zugesagt.