Voidjoy Skylark S1 Pro: Kompakter Multi-Plattform-Gamepad mit einigen Schwächen

Voidjoy Skylark S1 Pro: Kompakter Multi-Plattform-Gamepad mit einigen Schwächen

Ich habe mir die Neuerscheinung bereits angesehen

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Voidjoy Skylark S1 Pro in den Händen von zwei Gamern

Habt ihr vom Voidjoy Skylark S1 Pro Portable Controller, so die volle Bezeichnung des hier nun vorzustellenden Gamepads, bisher noch nichts gehört? Keine Sorge, FOMO greift hier nicht, denn der Controller ist erst vor kurzem erschienen. Voidjoy ist eine neue Tochterfirma von JSAUX, einem Gaming-Zubehör-Hersteller, von dem ich hier im Blog bereits einige Accessoires für die Nintendo Switch 2 vorgestellt habe.

Als man bei mir anfragte, ob ich nicht auch das neue Gamepad von Voidjoy ausprobieren möchte, habe ich natürlich gleich zugesagt und war entsprechend gespannt auf die kompakte Neuerscheinung, die mit zahlreichen Gaming-Plattformen und Betriebssystemen kompatibel ist. Als eingefleischte Switch 2-Gamerin war ich natürlich auf die Performance auf Nintendos aktueller Konsole fokussiert.


Ein Punkt, der vorab auch unbedingt erwähnt werden sollte, ist die Einschränkung für Zubehör-Hersteller in der EU, ab der Deadline des 18. Februar 2027 nur noch Produkte mit austauschbaren Akkus anbieten zu dürfen. Auch Voidjoy bzw. JSAUX ist von dieser Regelung betroffen und plant, bis das Gesetz in Kraft tritt, den neuen Voidjoy Skylark S1 Pro auch in EU-Staaten zu versenden. Für EU-Gamer sind demnach leider bevorstehende Schwierigkeiten beim Kauf von Zubehör mit nicht austauschbaren Akkus aus dem Ausland zu erwarten.

Doch zurück zum Voidjoy Skylark S1 Pro: Der kompakte Controller misst gerade einmal 133 × 75 × 24 Millimeter und wiegt laut Hersteller 113 Gramm inklusive des mitgelieferten ergonomischen Grips. Damit passt das Gamepad problemlos in jedes Reisegepäck und soll sich für Gaming-Sessions am PC, der Nintendo Switch und Switch 2, Steam Deck, iOS, Android und der PlayStation 3 eignen. Statt das Gamepad auf eine einzelne Plattform zuzuschneiden, setzt Voidjoy auf drei Verbindungsarten, umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten und Technik, die man sonst eher bei größeren Controllern erwartet.

TMR-Sticks für präzise Steuerung

Voidjoy Skylark S1 Pro auf einem Tisch

Im Inneren des Skylark S1 Pro stecken zwei versenkt angeordnete TMR-Sticks. Die Abkürzung steht für Tunnel Magnetoresistance und beschreibt eine magnetische Sensortechnik, die Bewegungen ohne die mechanischen Kontaktflächen klassischer Potenziometer-Sticks erfasst. Laut Voidjoy ermöglicht das eine feinere Erkennung von Bewegungen und soll das Risiko verschleißbedingten Stick-Drifts reduzieren. Gegenüber herkömmlichen Hall-Effekt-Sensoren verspricht der Hersteller zudem eine präzisere Erfassung kleiner magnetischer Veränderungen.

Die versenkte Bauweise hat einen praktischen Nebeneffekt: Die Sticks tragen weniger auf und sollen beim Transport besser ins Reisegepäck passen. Für schnelle Shooter-Bewegungen und kleine Korrekturen beim Zielen ist das ein interessantes Konzept. Wer wie ich „normale“ Sticks von meinen Nintendo Switch 2 Pro Controller, dem 8BitDo Ultimate 2 Bluetooth oder dem Mobapad C2 Lite gewohnt ist, muss ein wenig umdenken und braucht definitiv eine kleine Gewöhnungsphase. Für sehr schnelle Spiele empfinde ich persönlich die versenkte Bauweise etwas unpraktisch.

Eine der spannendsten Besonderheiten sind die optischen Quick-Switch-Trigger. Sie lassen sich zwischen zwei Modi umschalten: Im Analogmodus steht der volle Auslöseweg von vier Millimetern zur Verfügung, etwa für fein dosiertes Gasgeben und Bremsen in Rennspielen. Der Quick-Modus verkürzt den Weg auf zwei Millimeter und soll damit schnellere Eingaben ermöglichen, was besonders bei Shootern und Actionspielen nützlich sein kann. Laut Hersteller arbeiten die Trigger mit einer Abtastung in 1.280 Stufen. Der Clou ist also nicht allein die optische Sensorik, sondern die Möglichkeit, das Ansprechverhalten an das jeweilige Spiel anzupassen.

Drei Verbindungswege und ein ungewöhnlicher Koop-Trick

Voidjoy Skylark S1 Pro samt verschiedener Tech-Geräte
Der Controller ist flexibel einsetzbar.

Per Bluetooth, USB-C-Kabel oder mitgeliefertem 2,4-GHz-Empfänger lässt sich der SkyLark S1 Pro mit verschiedenen Geräten verbinden. Über die Funkverbindung mit dem Empfänger und kabelgebunden sind laut Voidjoy Abfrageraten von bis zu 1.000 Hz möglich. Bluetooth ist dagegen auf den unkomplizierten Wechsel zwischen zuvor gekoppelten Geräten ausgelegt. Ein besonderes Feature ist der sogenannte Two-Player Role Swap: Zwei S1 Pro-Controller können denselben 2,4-GHz-Empfänger nutzen, so dass sich die Steuerung während des Spiels per Tastenkombination zwischen zwei Personen wechseln lässt. Das könnte bei Koop-Spielen für spontane Hilfsaktionen sorgen, ohne erst Menüs öffnen oder Controller neu verbinden zu müssen. Die Funktion hat allerdings klare Grenzen: Sie setzt zwei S1 Pro-Controller voraus und funktioniert weder über Bluetooth noch mit Gamepads von Drittanbietern.

Wer die Steuerung gern bis ins Detail anpasst, bekommt mit der kostenlos im App Store erhältlichen KeyLinker-App (App Store-Link) zusätzliche Möglichkeiten. Dazu zählen die Neubelegung von Tasten, die Anpassung von Stick- und Triggerempfindlichkeit, Deadzones sowie Makros und Turbo-Funktionen. Eigene Konfigurationen lassen sich laut Produktseite speichern und über die Cloud teilen. Hinzu kommen druckempfindliche ABXY-Tasten, programmierbare Rücktasten, eine Sechs-Achsen-Bewegungserkennung und zwei HD-Rumble-Motoren. Welche Funktionen im Detail zur Verfügung stehen, hängt allerdings von Plattform, Betriebssystem und Verbindungsart ab.

Akkulaufzeit, Wake-Up-Feature und Vibrationsfunktion

Abmessungen des Voidjoy Skylark S1 Pro
Das sind die Abmessungen des Voidjoy Skylark S1 Pro,

Beim Akku unterscheiden sich die Angaben deutlich: Während ein User Guide eine Kapazität von 1.000 mAh und eine Laufzeit von bis zu 48 Stunden nennt, werden auf der aktuellen Produktseite von Voidjoy dagegen bis zu zehn Stunden Spielzeit bei ungefähr drei Stunden Ladezeit angegeben. Nach meinen Erfahrungen mit dem neuen Gamepad tendiere ich auch eher zur zweiten Angabe und habe keine Ahnung, wie man mit einem 1.000 mAh-Akku bei einem so kompakten Controller bis zu 48 Stunden erreichen soll.

Zu einem weiteren Feature, das vor allem für Switch 2-User interessant sein dürfte, gehört eine Möglichkeit, den Voidjoy Skylark S1 Pro auch zum Aufwecken für die Konsole nutzen zu können. Hier muss vorab nach dem Pairing per Bluetooth binnen 20 Sekunden der rechte Joy-Con 2 von der Switch 2 entfernt werden, so dass der Voidjoy-Controller das Wake-Up-Feature erlernt und danach für diese Zwecke genutzt werden kann. Einen dezidierten Home-Button für die Switch 2, um aus einem Spiel wieder ins Hauptmenü zu kommen, wird werksseitig nicht angeboten, zudem entspricht das ABXY-Layout dem der XBox oder PC-Controllern. Eine Möglichkeit, die Buttons magnetisch anzuheben und zu wechseln, beispielsweise wie beim 8BitDo Pro 3, gibt es bei diesem Modell nicht.

Ebenfalls mit an Bord ist auch eine Vibrationsfunktion mittels zweier Motoren, die über die KeyLinker-App unabhängig voneinander in ihrer Intensität angepasst werden können. Ich hatte das Gamepad beim ersten Test mit Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 ausprobiert und war gelinde gesagt geschockt von der schlechten Qualität der Vibration. Bei jedem Rumble gibt der Controller ein lautes Rattern und Brummen von sich, das zudem so klingt, als würden Teile im Inneren gleich mit vibrieren. In der KeyLinker-App habe ich die Vibration dann von der anfänglichen Stufe 2/5 auf Stufe 1/5 umgestellt, was aber keine nennenswerten Unterschiede brachte. Ich möchte nicht wissen, wie sich die Vibration auf Stufe 5/5 anfühlt. Kein leises pulsierendes „Bsssss“, sondern ein lautes, ratterndes „Brrrrrrr“ gibt das Gamepad ab, so dass man nach zehn Minuten bereits die Nase voll hat vom Spielen und zumindest ich die Vibrationsfunktion für meinen Seelenfrieden komplett deaktivieren musste. Jeder günstige 30 Euro-Dritt-Controller bekommt dies besser hin.

Meine Eindrücke zum Skylark S1 Pro

Vorderseite des Voidjoy Skylark S1 Pro
So viele Buttons an so einem kleinen Controller.

Womit wir auch schon bei der generellen Qualität des VoidJoy Skylark S1 Pro angelangt sind: Natürlich ist der Controller auf Kompaktheit und ein geringes Gewicht für Portabilität ausgelegt. Sowohl die für meine Zeigefinger schwergängigen L1/R1-Tasten als auch die zur Mitte hin angeordneten R1/R2-Trigger mit einem eher weichen, schwammigen und geräuschvollen Federweg sorgten bei meiner aktuell eh lädierten linken Hand für schnelle Schmerzen, und auch das geringe Gewicht von rund 113 Gramm und der verwendete Kunststoff machen leider keinen besonders hochwertigen Eindruck.

Weiter geht es dann auch mit den zahlreichen Methoden der Programmierung und Verbindungen. Zwar bietet der Skylark S1 Pro eine breite Kompatibilität mit zahlreichen Betriebssystemen, Plattformen und Protokollen, aber wer einfach nur einen einfach einzurichtendes Gamepad fürs Spielen zwischendurch sucht, wird mit diesem komplizierten Exemplar wohl nicht glücklich. Es gibt vier verschiedene Modi, X, D, S und T, dazu zwei Bluetooth-Modi D1 und D2, Xinput/Dinput, einen Mode-Schalter, einen FN-Button, einen Pop-Up-Menu-Button und zwei Mapping-Buttons ML und MR. Ich habe noch nie so viele verschiedene und gleichzeitig verwirrende Schalter und Buttons auf einem so kleinen Controller gesehen.

Und auch die Einrichtung von einigen Steuerungselementen oder Verbindungen hat mit zahlreichen Tastenkombinationen einherzugehen. Für die Switch 2-Kopplung musste der Bluetooth-Modus D1 ausgewählt, dazu dann der Verbindungsbutton auf Bluetooth gestellt werden, dann der An/Aus-2.4GHz-Bluetooth-Taste gedrückt und zum Kopplungmodus nochmals danach länger gedrückt werden. Es gibt zahlreiche bunte LEDs, die den jeweiligen Status in Grün, Hellblau, Dunkelblau, Pink oder Rot anzeigen, und für die weiterführenden Funktionen hat man das umfangreiche Manual durchzuforsten. Für mich persönlich entstand der Eindruck, man wolle in diesem Controller so ziemlich alles an Verbindungsoptionen und Einstellungen anbieten, die es auf dem Markt gibt. Aber manchmal ist weniger eben tatsächlich mehr.

Preis und Alternativen

Rückseite des Voidjoy Skylark S1 Pro auf einem Tisch
Die ergonomische Rückseite des Voidjoy Skylark S1 Pro kann abgenommen werden.

Aktuell kann der Voidjoy Skylark S1 Pro auf der Website von JSAUX für 49,99 US-Dollar erworben werden, auch ein Versand in EU-Länder ist gegenwärtig noch möglich. Bedenkt man, dass gegebenenfalls noch Steuern und Zölle hinzukommen, landet man preislich in Bereichen, wo es sich auch schon lohnt, einen ähnlich breit aufgestellten Controller wie den oben bereits erwähnten 8BitDo Pro 3 (Amazon-Link) zu kaufen. Dieser versteht sich mit der Nintendo Switch 1 und 2, Windows, iOS/iPadOS/macOS, Android und SteamOS und setzt auf Bluetooth. Wer ein möglichst kompaktes, aber voll funktionstüchtiges Gamepad sucht, findet mit dem 8BitDo Lite 2 (Amazon-Link) ein tolles Exemplar, das auch bei mir unterwegs immer wieder gerne zum Einsatz kommt. Meinen Testbericht dazu findet ihr abschließend hier.

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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