Retro-Fotos auf dem iPhone sind längst nichts Neues mehr, spätestens seit dem Hype um die Retro-Kamera Hipstamatic (App Store-Link). Die kürzlich im deutschen App Store erschienene App FilmFold (App Store-Link) geht allerdings einen etwas anderen Weg: Die App versteht sich nicht als Sammlung von Filtern, sondern als virtuelle Kameraausrüstung.
Insgesamt stehen in der App 22 unterschiedliche Kameras bereit, darunter klassische 35-mm-Filmkameras, Mittelformat- und Sofortbildmodelle, CCD-Kameras sowie VHS- und Super-8-Varianten. Laut des brasilianischen Entwicklers Joao Victor verändern die virtuellen Kameras nicht nur die Farben, sondern auch Bildformat, Optik, Bedienelemente und den Entwicklungsprozess.
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Filter-Workflow soll damit bereits im Sucher beginnen. Je nach gewähltem Kameragehäuse verändert sich, wie das Motiv gerahmt wird und wie die Aufnahme anschließend entwickelt wird. Bei den Fotokameras werden Bilder zunächst als Negative behandelt und anschließend über die jeweils eigene Farbpipeline entwickelt. Auch bereits vorhandene Fotos aus der Mediathek lassen sich erneut entwickeln, ohne das ursprüngliche Negativ zu verlieren.
Objektive und Zubehör für mehr Kontrolle

FilmFold beschränkt sich zudem nicht nur auf Standbilder. Vier virtuelle Videokameras sind für unterschiedliche historische Anmutungen ausgelegt: Tape 99 orientiert sich an einem Hi8-Camcorder, dazu kommen VHS, Warm 8 für Super 8 und Cine 24 für einen digitalen Kino-Look. Die Effekte sollen dabei nicht einfach nachträglich über fertiges Videomaterial gelegt werden, denn FilmFold verarbeitet das Video laut Entwickler auf dem iPhone Bild für Bild und simuliert unter anderem Flackern, Bildstandschwankungen, Chroma Bleeding, Gate Weave und typische Verwischungen.
Wer noch tiefer in die virtuelle Analogwelt einsteigen möchte, kann die Kameragehäuse mit verschiedenen Objektiven und Zubehör kombinieren. FilmFold nennt vier Wechselobjektive, darunter 18 mm Weitwinkel, 35 mm Standard, 85 mm Tele und ein 28-mm-Makro sowie vier Zubehörteile. Dazu gehören ein Aufsteckblitz, ein Diffusionsaufsatz, ein wärmender Filter und eine Push-Entwicklung, die unter anderem mehr Korn und Kontrast erzeugen soll. Damit wird aus der App eher ein kleines virtuelles Kamerasystem als eine klassische One-Tap-Foto-App.
Zu den weiteren Funktionen gehört eine Doppelbelichtung, bei der zwei Frames miteinander kombiniert werden. Gleichzeitig setzt FilmFold auf einen nicht-destruktiven Ansatz: Jede Aufnahme behält ihr unbearbeitetes Original und kann später erneut mit einer anderen Kamera, einem anderen Objektiv oder anderen Einstellungen entwickelt werden. Die Verarbeitung von Fotos und Videos findet darüber hinaus vollständig auf dem iPhone statt, denn es gibt es weder Benutzerkonto noch Werbung oder eine Medien-Cloud.
Kostenloser Einstieg, Pro für die komplette Sammlung

FilmFold ist kostenlos für das iPhone erhältlich und setzt iOS 17.0 oder neuer voraus. Ein Teil der Kameras, Objektive und Zubehörteile gehört zum kostenpflichtigen FilmFold Pro. Im deutschen App Store werden derzeit 6,99 Euro für ein Jahresabo und 22,99 Euro für einen einmaligen Lifetime-Kauf genannt; das Jahresabo beinhaltet eine siebentägige Testphase. Entwickler Joao Victor hat erst kürzlich Version 1.3 veröffentlicht und integrierte damit unter anderem eine schnellere Focal-Entwicklung, Verbesserungen beim Selbstauslöser sowie Rahmen- und Datumsstempel in seine Retro-Kamera. Weitere Infos zu FilmFold gibt es auch auf der offiziellen Website zur App.

Naja die Retro Filter Namen sind auch erfunden keine echte Kameranamen.
Dafür dann 30eur im Jahr? uff
Wenn mich das mal nicht an die gute alte Hipstamatic erinnert…
Bestimmt geil, aber wer wird das nutzen?
Abo = Müll 🚮